Wirtschaft : Index geht mit leichten Kursgewinnen in die neue Börsenwoche

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Der Deutsche Aktienindex nähert sich Schritt für Schritt seinem Allzeithoch. Am Montag setzte sich der Aufwärtstrend an der Börse fort. Der Dax kletterte bis 16 Uhr 40 um 30 Zähler auf einen Stand von 6149 Punkten. Der alte Rekordstand des Börsenbarometers von 6186 Punkten im Juli 1998 ist damit in greifbare Nähe gerückt. Tagesfavorit waren die Aktien von SAP. Die Titel des Walldorfer Software-Hauses kletterten zur Kasse um acht Prozent auf 482,60 Euro.

Händler begründeten die erneuten Kursgewinne in einem eher ruhigen Markt mit der freundlichen New Yorker Börse am Freitag und den erfreulichen Arbeitsmarktdaten in den USA, die Zinsängste vertrieben hätten. "Das ist noch ein Nachbrenner vom Freitag", sagte ein Händler. Auch die großen europäischen Börsen tendierten am Montag überwiegend freundlich. Die Gewinner wurden Händlern zufolge von den Technologie- und Telekommunikationsaktien angeführt. Verwiesen wurde auf die guten Vorgaben der US-Börse. Allerdings seien die Kursgewinne an den europäischen Börsen deutlich geringer als am Freitag in den USA, hieß es. Die Wall Street hatte am Freitag, beflügelt von günstigen US-Arbeitsmarktdaten, deutlich fester geschlossen. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte war um 247,12 Punkte oder 2,24 Prozent auf 11 286,18 Zähler gestiegen. Damit verfehlte der Index sein im vergangenen August erreichtes Allzeithoch nur um 40 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Index hatte 1,97 Prozent zugelegt und mit 3520,62 Punkten einen Schlussrekord erreicht.

Die meisten Makler glauben nach dem freundlichen Wochenauftakt, dass auf dem deutschen Parkett bald neue Spitzenwerte erreicht werden, nachdem das Jahr bisher eher mäßig verlaufen ist. "Dieses Kursfeuerwerk hätte doch vor zehn Wochen keiner vorhergesagt", sagte ein Freimakler in Frankfurt. Bereits am Freitag hatten die Börsianer den höchsten Dax-Stand seit 16 Monaten gefeiert. Anlegern kommt in diesem Jahr besonders zugute, dass die großen Investmentfonds und Kapitalsammelstellen ihre Bücher früher als üblich schließen und ihre Bilanzen vor dem Jahreswechsel aufpolieren wollen. Die Sorge vor gravierenden Computerproblemen beim Überschreiten der Datumsgrenze ins Jahr 2000 lässt die Marktteilnehmer vorsichtiger als sonst agieren.

Auch für das kommende Jahr sagen Analysten ein für die Aktie freundliches Umfeld voraus. So rechnet die BHF-Bank nach einer vorübergehenden Wachstumsflaute im Euro-Währungsgebiet wieder mit einem Anziehen der Konjunktur im Winterhalbjahr. Wie die Bank am Montag in Frankfurt mitteilte, werde das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum nach 2,2 Prozent 1999 im nächsten Jahr um 3,0 Prozent zulegen. Zurückzuführen sei der leichte Aufschwung vor allem auf "außenwirtschaftliche Impulse". Für 2001 wird ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent prognostiziert. Nach Angaben der Bank bleibt die Inflationsrate in 19999 trotz höherer Energiekosten auf 1,1 Prozent begrenzt. Wegen gestiegener Rohstoffpreise und anziehender Konjunktur werde für die kommenden zwei Jahre mit Inflationsraten von jeweils 1,7 Prozent gerechnet.

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