Wirtschaft : Infineon: Interview: "Den Herstellern fehlt ein attraktiver Ersatzmarkt"

Herr Schmidt[wie kommt es zu der Krise auf dem Ha]

Herr Schmidt, wie kommt es zu der Krise auf dem Halbleitermarkt?

Ein wichtiger Markt für die Chiphersteller ist der Handymarkt. Für Mobiltelefone werden anspruchsvollere Produkte eingesetzt als zum Beispiel für Geldkarten. Daher sind in diesem Bereich auch die Margen höher. Zum anderen ist der Handymarkt im vergangenen Jahr enorm gewachsen, während die Nachfrage etwa nach Geldkarten relativ konstant ist. Die Hersteller haben also keinen attraktiven Ersatzmarkt, um den sich jetzt abzeichnenden Einbruch bei der Nachfrage nach Mobiltelefonen auszugleichen.

Das betrifft die gesamte Branche. Wie steht Infineon da?

Im Gegensatz zu Infineon hat etwa Motorola noch andere Standbeine, mit denen das Unternehmen die sinkende Nachfrage auf dem Halbleitermarkt ausgleichen kann. Infineon hat dagegen den Vorteil, als Spezialist auf dem Gebiet innovativer zu sein und die Produktentwicklung schneller voranzutreiben.

Warum haben sich die Hersteller bei ihren Voraussagen für den Markt so verschätzt?

Der Markt ist 2000 explosionsartig gewachsen. Viele haben angenommen, es geht so weiter. Doch das enorme Wachstum in Europa hat den Markt auch schneller an die Sättigungsgrenze gebracht.

Welche Voraussagen macht Forrester für den Handymarkt?

Ende 2000 gab es in Europa 210 Millionen Handynutzer. In diesem Jahr werden nach unseren Schätzungen 41 Millionen Nutzer hinzukommen. Ein echter Wachstumsmarkt ist dagegen die USA, wo die meisten Mobiltelefone noch gar keine Chipkarte haben.

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