Inflation : Kraftstoff und Heizöl lassen Preise steigen

Erstmals seit über einem Jahr liegt die Inflationsrate über einem Prozent. Insbesondere fürs Tanken und eine warme Wohnung mussten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen.

Wiesbaden – Die Verbraucherpreise sind im März um rund 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das zeigen vorläufige Zahlen, die das Statistische Bundesamt am Montag veröffentlichte. Die Inflationsrate liegt damit erstmals seit Februar 2009 wieder über einem Prozent. Im Februar hatten sich die Preise im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,6 Prozent erhöht. Analysten hatten damit gerechnet, dass die Preissteigerung etwas geringer ausfallen würde. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex um 0,5 Prozent.

Der Index für Deutschland misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Die vorläufigen Zahlen für März wurden auf Basis der sechs Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen ermittelt. Laut Statistischem Bundesamt wurden im März vor allem Heizöl und Kraftstoff deutlich teurer. Gegenüber Februar 2010 erhöhten sich die Heizölpreise je nach Bundesland um 3,9 bis 8,8 Prozent. Die Preise für Kraftstoffe stiegen um 3,8 bis 7,7 Prozent. Im Vergleich zum März 2009 waren die Preisanstiege noch stärker. Heizöl kostete bis zu 35,1 Prozent, Kraftstoff bis zu 21,1 Prozent mehr als im März des Vorjahres.

Nur leicht stiegen hingegen die Preise für Nahrungsmittel, im Vergleich zum Vormonat um bis zu 1,1 Prozent. Die Entwicklung der Lebensmittelpreise war allerdings von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. In einigen Ländern fielen die Preise sogar leicht. Die endgültigen Ergebnisse für März 2010 werden am 13. April veröffentlicht.

Trotz der anziehenden Verbraucherpreise im März liegen die Werte weiterhin deutlich unter der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei Inflationsraten von knapp unter 2,0 Prozent Preisstabilität gewahrt sieht. Auch im Jahresdurchschnitt wird diese Schwelle wohl nicht überschritten. Für dieses Jahr und 2011 sagt die Bundesbank insgesamt einen Anstieg von rund einem Prozent voraus. Im Krisenjahr 2009 waren die Preise mit 0,4 Prozent so schwach gestiegen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Tsp/rtr

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