Insolvenzantrag in den Niederlanden : Gericht erklärt Imtech-Mutter für bankrott

Die Deutschland-Tochter, die am Berliner Flughafen BER für viele Arbeiten eingesetzt wurde, hatte schon in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. Nun zieht sie die niederländische Mutter mit in die Pleite.

Imtech ist am BER für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektroarbeiten zuständig.
Imtech ist am BER für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektroarbeiten zuständig.Foto: Michael Kappeler/dpa

Der niederländische Gebäudeausrüster Royal Imtech ist pleite. Ein Gericht in Rotterdam habe Royal Imtech für bankrott erklärt, teilte am Donnerstag das Unternehmen mit, das durch mutmaßliche Betrugsfälle in Deutschland und Polen in Schieflage geraten war. Zwei Unternehmenszweige sollen demnach kurzfristig verkauft werden. Die deutsche Tochter ist am Berliner Flughafen BER für Elektroarbeiten, Heizung, Sanitär und Lüftung zuständig sowie an der Brandschutzanlage beteiligt.
Royal Imtech war am Dienstag Zahlungsaufschub gewährt worden. Vergangene Woche hatte bereits die deutsche Imtech-Tochter, die im Zentrum der Probleme der Gruppe steht, einen Insolvenzantrag gestellt. Imtech Deutschland ist Zulieferer für die Brandschutzanlage des BER und am künftigen Hauptstadtflughafen für Elektroarbeiten, Heizung, Sanitär und Lüftung zuständig. Das Unternehmen soll in einen Korruptionsfall am BER verwickelt sein.

Am BER wird es erneut zu Verzögerungen kommen

Medienberichten zufolge hatte die Unternehmensleitung im Jahr 2013 festgestellt, dass die deutsche Tochter in betrügerische Aktivitäten verwickelt ist. In den vergangenen Jahren verschärften sich die Geldprobleme des Unternehmens immer mehr und die Aktie verlor 99 Prozent ihres Werts gegenüber dem Stand von 2010. Nach dem Bankrott der Gruppe werden beim BER und anderen Baustellen, an denen Imtech beteiligt ist, Verzögerungen befürchtet.

Royal Imtech beschäftigt insgesamt 22.000 Mitarbeiter. Laut dem Unternehmen gibt es eine Reihe von Interessenten für Teile der Gruppe. Demnach sollen die Abteilungen Marine und Nordic demnächst an Dritte verkauft werden, um ihr Weiterbestehen und die Weiterbeschäftigung ihrer 7300 Angestellten zu gewährleisten. Die Abteilung Marine, die in der Ausrüstung von Schiffen tätig ist, soll demnach an die niederländische Firma Pon Holdings und den Investor Parcom gehen.
Der Verkauf von Nordic, welche die Tätigkeiten von Imtech in Nordeuropa umfasst, soll "in Kürze" abgeschlossen werden, erklärte Imtech. (AFP)

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