Wirtschaft : Insolvenzen gehen in Ostdeutschland zurück

BONN (Tsp/AP).Die Zahl der Unternehmenspleiten ist in Ostdeutschland erstmals deutlich gesunken.Im Juni gab es 22,7 Prozent weniger Insolvenzen als ein Jahr zuvor, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mit.Auch im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich lägen die Insolvenzzahlen um 10,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.Darüberhinaus konzentrierten sich die Pleiten nun zunehmend auf kleinere Unternehmen, die Höhe der Forderungen sei deutlich zurückgegangen.Dies sei ein "typisches Zeichen für das Ende von Insolvenzwellen", hieß es in der Mitteilung.Die Trendwende mache deutlich, daß sich "die ostdeutsche Wirtschaft stabilisiert".

Die abnehmenden Insolvenzfälle würden gleichzeitig auch immer mehr Menschen im Osten "Mut geben, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen", betonte Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt (FDP).Das sei wichtig für den ostdeutschen Arbeitsmarkt, da jeder Existenzgründer neue Arbeitsplätze schaffe.

Nach Angaben seines Ministeriums gab es in ersten drei Monaten acht Prozent mehr Gewerbeanmeldungen als ein Jahr zuvor.Die "echten" Neugründungen hätten sogar um 11,6 Prozent zugenommen.Damit setze sich ein schon 1997 begonnener Trend fort.Beleg dafür seien auch die Förderzusagen des Bundes für Existenzgründer.Erstmals seit der Wiedervereinigung habe es im Rahmen des ERP-Eigenkapitalhilfeprogramms im ersten Halbjahr 1998 wieder mehr Zusagen für Gründungen und Übernahmen gegeben.Sie nahmen um 4 Prozent zu.Mit 336 Mill.DM werde das Volumen des Vorjahreszeitraums sogar um 26 Prozent übertroffen, so der Minister.

Als "besonders erfreulich" bezeichnete er die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe.Der deutliche Produktionszuwachs von fast zwölf Prozent im ersten Halbjahr habe die Ertragskraft der ostdeutschen Industrieunternehmen "nachhaltig gestärkt".Die Pleiten seien in diesem Teilbereich sogar um zwölf Prozent gesunken.

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