Insolvenzverwalter : Ein verhinderter Unternehmer

Volker Grub

Volker Grub
Volker GrubFoto: picture-alliance/ dpa

Eigentlich wollte er selber Unternehmer werden. Und seine Form der Insolvenzverwaltung zeichnet sich genau dadurch aus: Volker Grub (74) wickelt nicht bloß ab. Er bringt Visionen mit, er gestaltet.

Mehr als 500 Unternehmen hat Grub in vier Jahrzehnten durch die Insolvenz begleitet. Bundesweite Bekanntheit erlangte er Anfang der Achtzigerjahre durch den Fall des Elektromotorenbauers Bauknecht, den er gegen alle Erwartungen wieder wettbewerbsfähig machte. Bei Salamander fungierte er kurze Zeit als Vorstandschef – mit dem Ziel, den Konzern zu verkaufen. Das gelang.

2009 leitete der Anwalt die Insolvenz des Wäscheproduzenten Schiesser. Es heißt, Grub habe dazu beigetragen, eine Insolvenz weniger als Katastrophenszenario zu begreifen denn als Chance. Manches Unternehmen mag sich heute vorwerfen, einst den jungen Juraabsolventen abgelehnt zu haben, der sich mehrorts als Vorstandsassistent beworben hatte.

Grub gibt zu, dass eine Insolvenz kein Kinderspiel ist. Aber: „90 Prozent aller Pleiten gehen auf Fehler des Managements zurück“, sagt er. Wohl deshalb hält er die Lage einer Firma selten für aussichtslos. Er geht hin und tut, was er am besten kann: Er unternimmt. mch

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