Integration : Ausgaben für Flüchtlinge lohnen sich

Eine Studie kommt zu dem Schluss: Mehr Gelder für Deutschkurse! Durch Bildungsfortschritte werden Sozialausgaben eingespart und Steuern eingenommen.

Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Iran und Irak nehmen an einem Deutschkurs teil.
Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Iran und Irak nehmen an einem Deutschkurs teil.Foto: dpa

Für den Staat lohnt es sich, in die Integration von Geflüchteten zu investieren. Werden die Deutschkursprogramme noch stärker gefördert als bisher, verbessert das nicht nur Chancen auf dem Arbeitsmarkt; die öffentlichen Haushalte profitieren auch langfristig davon. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Zusätzliche Investitionen von 3,3 Milliarden Euro für die Sprachkenntnisse der Flüchtlinge könnten die fiskalischen Kosten bis zum Jahr 2030 um rund elf Milliarden Euro reduzieren. Mehr Gelder würden dazu führen, dass sich der Anteil von Geflüchteten mit guten oder sehr guten Deutschkenntnissen zehn Jahre nach ihrem Zuzug von 46 auf 66 Prozent erhöhen könnte. Ein solches Niveau werde von anderen Migrantengruppen auch erreicht, hieß es zu Begründung. Zudem nehmen die Arbeitsmarktforscher an, dass so auch der Anteil derer, die in Deutschland einen beruflichen Abschluss erwerben, von 13 auf 33 Prozent steigen könnte.

Die Steuereinnahmen würden steigen

Die Bildungsfortschritte würden letztlich dazu führen, dass Sozialausgaben eingespart würden und die Steuereinnahmen stiegen. „Allerdings bleiben große Gruppen weiterhin bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens ausgeschlossen, obwohl auch von ihnen ein erheblicher Teil länger in Deutschland bleiben wird“, kritisierten die Experten. Deswegen sollte überlegt werden, ob die Integrationskurse nicht von vornherein für alle Asylbewerber – und nicht nur für Asylbewerber aus Ländern mit einer hohen Anerkennungswahrscheinlichkeit – geöffnet werden.

Die Studie beruht auf einem vom Bundesarbeitsministerium finanzierten Forschungsprojekt, das die gesamtwirtschaftlichen und fiskalischen Wirkungen der Flüchtlingszuwanderung von 2015 bis 2030 analysiert. Im vorletzten Jahr sollen rund 890000 Menschen nach Deutschland geflohen sein, im vergangenen Jahr lediglich 280000.

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