Wirtschaft : Interconti erwartet mehr Gäste

Weltweit größte Hotelgruppe erhöht Gewinn im ersten Quartal / Expansion in Deutschland geplant

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London – Die britische Hotelgruppe Intercontinental sieht vor allem in Asien und Nordamerika deutliche Anzeichen einer Branchenerholung. Auf dem nach wie vor schwierigen deutschen Markt will der Anbieter weiter expandieren. Die nach Bettenzahl weltweit größte Hotelgruppe (Intercontinental, Holiday Inn, Crown Plaza) strebe weitere FranchisePartnerschaften in Deutschland an, sagte Konzernchef Richard North im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Eine große Übernahme sei aber nicht geplant.

Bislang betreibt die Intercontinental-Gruppe 96 Häuser in Deutschland, davon 49 Holiday Inns. Nach den Worten von North liegt sein Konzern damit auf Platz Drei. Zur Spitze der Hotelketten in Deutschland gehören noch Maritim und Steigenberger. Die Marktführung hat jedoch die französische Accor-Gruppe vor zwei Jahren nach dem Kauf von rund 90 Dorint-Hotels übernommen.

Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich North optimistisch, dessen Gruppe weltweit 3400 Hotels betreibt. Intercontinental erwarte nach den Einbrüchen bei Umsatz und Gewinn wieder einen Zuwachs. Das erste Quartal gebe dazu durchaus Hoffnung: Der Vorsteuergewinn verdoppelte sich in den drei Monaten bei Intercontinental auf 50 Millionen Pfund. „In Asien sind wir wieder auf dem Level von Zeiten vor der Sars-Epidemie“, so der Konzernchef. Irak-Krieg, Terrorangst sowie der Sars-Ausbruch hatten das Geschäft der gesamten Reisebranche im vergangenen Jahr schwer belastet. „Das erste Halbjahr 2003 war eine Katastrophe“, so North. Seit dem vergangenen Herbst geht es aber wieder aufwärts. In den vergangenen Wochen haben aber große Hotelbetreiber wie Hilton, Accor oder Marriott wieder steigende Buchungszahlen gemeldet.

Vor allem die wirtschaftliche Belebung in den USA und in Großbritannien bekomme die Branche positiv zu spüren, so North. Analysten zeigten sich von der Tendenz erfreut. Die Interconti-Aktie legte in London zunächst deutlich zu, gab am Nachmittag aber wieder nach. Positiv bewertet wurde auch die Ankündigung, dass Aktienrückkaufprogramm weiter aufzustocken sowie weitere Hotels weltweit zu verkaufen. Die im englischen Windsor angesiedelte Hotelgruppe will sich von Häusern im Wert von insgesamt einer Milliarde Pfund trennen.

Auch in Deutschland könnten weitere Hotels verkauft werden, deutete Firmenchef North an. Seine Strategie ist , den Immobilienbestand im Wert von 1,8 Milliarden Dollar möglichst zu versilbern und künftig nur noch Häuser im Leasing zu betreiben. „Welche Hotels wir noch verkaufen werden, steht aber noch nicht fest", so seine Auskunft. and/HB

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