Internetnutzung : Sicherer im Netz

Die Studie (N)Onliner-Atlas zeigt: Die Deutschen nehmen die Internetgefahren ernst. Die negativen Nachrichten hätten die Menschen sensibilisiert.

Corinna Visser

Berlin - Immer mehr Internetnutzer nehmen die Sicherheitsgefahren aus dem Netz ernst und aktualisieren ihr Betriebsystem mindestens einmal im Monat. Das ist das Ergebnis der IT-Sicherheitsstudie, die Teil des (N)Onliner-Atlas ist. Während im vergangenen Jahr 50,4 Prozent der Befragten ihr Betriebssystem aktualisierten, sobald ein Update verfügbar war, waren es 2007 bereits 56,6 Prozent. „Das sind immerhin drei Millionen private Nutzer mehr als im Vorjahr“, sagte Tom Köhler, IT-Security-Chef bei Microsoft Deutschland, dem Tagesspiegel. „Das ist ein klarer Fortschritt: Das Internet ist ein Stück sicherer geworden.“

Der (N)onliner-Atlas ist die deutschlandweit größte Studie zur Internetnutzung und wird am heutigen Montag in Berlin vorgestellt. Er wird im Auftrag der Initiative D21 von TNS Infratest erstellt. Microsoft ist Sponsor der IT-Sicherheitsstudie, die dem Tagesspiegel vorliegt. Für diese wurden 2028 Interviews mit Internetnutzern geführt.

Dass die Bedrohungen aus dem Netz ständig zunehmen, hat auch das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik in seinem jüngsten Lagebericht festgestellt. Demnach sind mittlerweile vier von fünf Nutzern mit Computergefährdungen in Kontakt gekommen. „Viren und Würmer sind dabei die Spitzenreiter – dicht gefolgt von unerwünschten E-Mails und Trojanischen Pferden.“

Doch sind sich offenbar immer mehr Menschen dieser Gefahren bewusst: „Die negativen Nachrichten über neue Attacken sind wichtig, damit sich das Verhalten ändert“, sagte Köhler von Microsoft. Nach der neuen IT-Sicherheitsstudie steigt aber die Zahl der Nutzer, die sich ausreichend (41,6 Prozent), gut (33 Prozent) oder sogar sehr gut informiert (8,4 Prozent) fühlt. Bedenklich ist allerdings, dass sich die Nutzer am häufigsten bei Bekannten und Verwandten (38 Prozent) über aktuelle Sicherheitsprobleme informieren, statt etwa einschlägige Sicherheitsportale zu besuchen (22,5 Prozent).

Immerhin: Das erst 2006 eingeführte Sicherheitsbarometer des Vereins „Deutschland sicher im Netz“ nutzen bereits sechs Prozent der Befragten als primäre Informationsquelle. „Bis die Einschätzung, dass man sich gut informiert fühlt, mit der Realität übereinstimmt, ist noch einiges zu tun“, räumt auch Köhler ein. Positiv bewertet er, dass der Anteil derer, die vor allem sich selbst in der Pflicht sehen, für Sicherheit zu sorgen, inzwischen schon auf mehr als 50 Prozent gestiegen ist.Corinna Visser

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