Wirtschaft : Investmentbanking: Gewinneinbruch bei Morgan Stanley

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Die New Yorker Investmentbank Morgan Stanley hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinneinbruch verbucht. Grund für den Gewinnrückgang um 36 Prozent auf 930 Millionen Dollar (2,1 Milliarden Mark) sei die schlechte Lage im Wertpapierbereich, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Gewinn pro Aktie fiel in dem am 31. Mai beendeten Quartalsabschnitt gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit um 35 Prozent auf 82 Cents. Der Halbjahresgewinn sackte um 33 Prozent auf zwei Milliarden Dollar ab und der Gewinn pro Aktie um 32 Prozent auf 1,76 Dollar. "Das gesamte Aktiengeschäft läuft derzeit schwach", sagte Analyst Richard Strauss von Goldman Sachs.

Während des Aktienbooms der 90iger Jahre haben die großen Wall-Street-Firmen als Spezialisten im lukrativen Fusions- und Emissionsgeschäft im internationalen Bankengewerbe den Rahm abgeschöpft. Die Erst-Emissions-Aktivitäten und die Übernahme- und Fusionstätigkeit sind aber nach Analystenangaben auf Grund der schwachen Wall-Street-Kurse in diesem Jahr drastisch geschrumpft. Das belastet auch das Ergebnis von Morgan Stanley.

Seit die Kurse an den Börsen eingebrochen sind, scheint nun das gesamte Modell einer auf Kapitalvermittlung spezialisierten Investmentbank in Frage gestellt. Die Quartalsergebnisse von Morgan Stanley und die zuvor schon veröffentlichten Zahlen drei weiterer Wall-Street-Firmen beweisen, dass die bisherige Elite des Bankgewerbes durch ihre Konzentration auf den traditionellen Investmentbanking-Bereich verletzbar geworden ist. Das Modell, wonach ein Konzern - so wie die Citigroup - sämtliche Bereiche des Banken- und Versicherungsgeschäfts unter einem Dach vereint, gewinnt weiter an Attraktivität.

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