iPod und Co. : Facelifting bei Apple

Apple runderneuert seine Produktpalette. Konzernchef Steve Jobs stellte die überarbeiteten Geräte in San Francisco vor.

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Apple-Chef Steve Jobs.
Apple-Chef Steve Jobs.Foto: AFP

Berlin - Zur Keynote von Apple-Chef Steve Jobs am Mittwochabend in San Francisco hatte sich das US-Unternehmen eine Premiere gegönnt. Erstmals wurde die Vorstellung der neuen Produkte komplett als Video ins Internet übertragen – empfangbar allerdings nur mit iMacs, iPhones, iPads und iPod touchs – und auch dann nur mit viel Glück.

Das Interessanteste an diesem Abend war, dass die Gerüchteküche gute Arbeit geleistet hatte: So gut wie jede Erwartung erfüllte sich. Das Design der iPod-Musikgeräte wurde komplett runderneuert. Besonders augenfällig ist die Veränderung beim iPod nano, dem meistverkauften MP3-Player von Apple. Die neue Version ist wieder quadratisch, wobei ein großes Touchscreen-Display die Frontseite dominiert. Auf das Klickrad zum Steuern wird hingegen verzichtet.

Der iPod touch erhält dagegen tatsächlich das Retina-Display, das bereits im iPhone 4 eingesetzt wird. Es ist so hochauflösend, dass das menschliche Auge keine einzelnen Pixel mehr wahrnehmen kann. Zudem verfügt der neue iPod Touch über eine zweite Kamera auf der Vorderseite; über die FaceTime-Anwendung können nun Videogespräche mit einem iPhone 4 geführt werden. Bei den Preisen bleibt alles beim Alten. Für den iPod nano mit 16 Gigabyte verlangt Apple knapp 180 Dollar. Der große iPod touch mit 64 Gigabyte Speicher wird rund 400 Dollar kosten.

Doch nicht nur die Hardware, auch die Software hat ein Facelifting erhalten. iTunes 10 kommt mit neuer Oberfläche daher, zudem enthält sie mit „Ping“ ein Soziales Netzwerk für Musikfreunde. In dieser Mischung aus Facebook und Twitter kann man zum Beispiel seinen Lieblingsmusikern folgen oder anderen Nutzern mitteilen, welche Songs man gekauft hat.

Mindestens genauso wichtig für Apple sind die Neuigkeiten um Apples Wohnzimmerbox AppleTV, mit der Filme und Serien aus dem iTunes-Shop auf dem Fernseher wiedergegeben werden können. Das neue AppleTV-Gerät kostet nun mit 99 Dollar ganze 130 Dollar weniger und ist erheblich kleiner. Im Gegensatz zum Vorgänger hat es keinen eigenen Speicher mehr, sämtliche Hollywoodfilme oder TV-Serien werden entweder über den iTunes-Store gemietet oder von Diensten wie Youtube gestreamt. Zudem kooperiert Apple mit Netflix. Der Videodienst bietet Filme und Serien gegen eine Monatsgebühr an.

Fernsehserien von ABC und Fox kosten AppleTV-Zuschauer nur noch 99 Cent. Damit kann Apple der Konkurrenz zumindest ein Stück weit Paroli bieten. Google bereitet zum Beispiel mit dem US-Satellitennetzbetreiber Dish ein neues Fernsehsystem namens GoogleTV vor, mit dem Internet-TV und herkömmliches Fernsehen zusammengeführt werden. Auch Youtube, der Online-Händler Amazon sowie der Video-on-demand-Dienst Hulu suchen nach Möglichkeiten, Filme und Serien kostenpflichtig über das Netz anzubieten. Kurt Sagatz

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