Wirtschaft : Iso-Power oder Apfelsaftschorle?

Mit Energie-Riegeln und Fitness-Getränken können Freizeitsportler ihre Kraftspeicher schnell und bequem füllen

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Von Susanne Herr

Über 40 000 Körper an der Schmerzgrenze: In Berlin quälen sich an diesem Sonntag Tausende Läufer über die Marathondistanz. Auf 42,195 Kilometern verbrennen sie 120 Millionen Kalorien und 160 000 Liter Flüssigkeit. Jeder einzelne von ihnen verbraucht bis zu 3000 Kalorien und vier Liter Wasser – doppelt so viel wie ein Erwachsener sonst an einem ganzen Tag. Nach spätestens 45 Minuten benötigt der Läufer Energienachschub in Form von Kohlenhydraten und stündlich bis zu einen Liter Wasser.

Doch nicht nur Extremsportler müssen ständig verbrauchte Energiereserven aufladen. Zu jeder sportlichen Aktivität gehört die richtige Versorgung vor, während und nach der Belastung. Die kann man sich entweder selbst zusammenstellen: Gut für den Energiehaushalt sind Vollkornbrot mit Margarine und Salat, sagen Ernährungsexperten. Oder man sucht nach Produkten mit dem Etikett „Sportlernahrung“.

Vom Müsliriegel über Energie-Gel bis zum Mineraldrink in Pulverform ist alles zu haben. „Die Sportnahrung hat zwei Vorteile. Sie ist bequem und länger haltbar“, meint Ernährungswissenschaftler Günter Wagner, Vorstand des Deutschen Instituts für Sporternährung. Riegel sind vor allem für Ausdauersportler geeignet. „Nach 45 Minuten Belastung greift der Körper auf Fettdepots zurück, die weniger effizient Energie liefern“, erklärt Wagner. „Deshalb sollte der Sportler rechtzeitig neue Kohlenhydrate aufnehmen.“

Die Palette reicht hier von Spezialprodukten wie dem Powerbar Performance (65 Gramm-Riegel für etwa zwei Euro), der vor allem in Sportgeschäften zu haben ist, bis zum Corny-Müsliriegel (25 Gramm für etwa 22 Cent) aus dem Supermarktregal. „Bei Spezialprodukten ist bekannt, wie schnell der Magen sie verwertet. Bei einfacheren Riegeln mit Getreideanteil kann diese Zeit variieren“, sagt Wagner. Ein Freizeitsportler, der nicht ständig an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gehe, ist aber auch mit einfacheren Produkten gut bedient.

Allerdings sollten diese möglichst keine Schokolade enthalten: „Bei einfachem Zucker steigt der Energiespiegel zwar sehr schnell an, fällt aber genauso schnell wieder ab“, erklärt Zibi Szlufcik, Marketing Manager von Powerbar. „Deshalb verwenden wir Fructose und Maltodextrin, von denen der Körper länger zehren kann.“ Gelegenheitssportlern rät Wagner beim Verzehr der Fitnessriegel aber zur Vorsicht: „Manche Sportriegel haben den Energiegehalt eines kleinen Schnitzels.“ Davon kann man auch dick werden: Ein Hundert Gramm-Riegel „Powerbar Performance“ enthält satte 354 Kalorien. Beim Maxim Energy Bar nimmt der Körper 326, beim Isostar High Energy sogar 422 Kalorien pro 100 Gramm auf.

Wem die Energiezufuhr per Riegel nicht schnell genug geht, für den gibt es noch konzentriertere Aufnahmemöglichkeiten in Gel-Form. „Eine Dreiviertelstunde vor dem Endspurt sollte man das Maxim Energy Gel einnehmen“, erklärt Timm Wagner von Maxim. „Es besteht aus reiner Glucose, einer sehr schnellen Energieform, die den Körper für den Endspurt fit macht.“ Hundert Gramm Energy Gel enthalten 314 Kalorien, sind in den Geschmacksrichtungen Citrus und Erdbeer erhältlich und kosten 2,20 Euro. Vergleichbare Gele gibt es zum Beispiel von Powerbar für 1,50 Euro und Isostar für etwa 2,50 Euro.

Aber auch in flüssiger Form kann der Sportler Kohlenhydrate aufnehmen und damit gleichzeitig den Verlust von Wasser, Mineralstoffen und Vitaminen ausgleichen. „Durch Wassermangel verlieren Sportler mehr Wettkämpfe als wegen irgendwelcher anderen Ernährungsdefizite“, sagt Ernährungswissenschaftler Wagner. Sportdrinks gibt es sowohl in Pulver- oder Tablettenform als auch fertig gemixt als Getränk. „Für den Fertigdrink spricht vor allem die Bequemlichkeit“, meint Szlufcik. „Ein Bergsportler dagegen bevorzugt Pulver, weil er das nötige Wasser auch auf dem Berg findet und weniger schleppen muss.“ Deshalb bietet Powerbar sein Energiegetränk Powerbar Hydroplus mit Waldbeer-, Orange- oder Lemongeschmack in der Flasche und als Pulver an. Eine 0,75 Liter Flasche kostet etwa 2,50 Euro, das Pulver ist für 15,80 Euro pro 700 Gramm-Dose zu haben. Diese Sportgetränke sind „isotonisch“: Sie liefern einen idealen Ausgleich zwischen schneller Wasseraufnahme und Energiezufuhr.

Tief in den Geldbeutel greifen muss man für diese Wirkung jedoch nicht unbedingt: Den selben Effekt erziele man auch mit einer richtig gemixten Fruchtsaftschorle, erklärt Wagner. Er rät bei Ausdauersportarten zu einem Mischverhältnis von zwei Teilen Wasser und einem Teil Fruchtsaft. Im Wettbewerb mit den Sportgetränken hätten Studien keinen Nachteil festgestellt. Im Gegenteil: „Dadurch nimmt man auch wichtige Spurenelemente wie Jod auf, die Fertiggetränke nicht enthalten.“

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