Wirtschaft : IW sieht Trendwende am Arbeitsmarkt

BONN (ADN).Die Bundesregierung und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sehen den Konjunkturaufschwung am Arbeitsmarkt angekommen.Die Trendwende sei in Gesamtdeutschland erreicht und bereits im September ein Erwerbslosenrückgang unter die Vier-Millionen-Grenze zu erwarten, sagte am Donnerstag der wirtschaftspolitische Sprecher des CDU-Bundesvorstandes, Minister Matthias Wissmann.

Im Juli habe die Erwerbslosigkeit im dritten Monat in Folge unter dem Vorjahresniveau gelegen und sei um 220 000 geringer gewesen als im Vergleichsmonat 1997.Wissmann wertete das Juli-Minus von 48 000 zum Vorjahresniveau im Osten zugleich als Erfolg der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Regierung.Das Kölner IW teilte mit, die Arbeitslosenzahl sei seit dem Höchststand im Dezember 1997 saisonbereinigt um fast 300 000 zurückgegangen.

Nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ist der "Aufschwung" am ostdeutschen Arbeitsmarkt allerdings fast nur Folge einer wahltaktisch bedingten kurzfristigen Ausweitung der arbeitsmarktpolitischen Hilfen der Arbeitsämter.Ohne diese Fördermaßnahmen würde die Erwerbslosigkeit im Osten nach wie vor einen Nachkriegshöchststand erreichen, sagte Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy in Berlin.Die Arbeitslosenzahl im Osten sei im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 48 339 gesunken.Zugleich sei die Zahl der über ABM, Weiterbildung und Strukturanpassungsmaßnahmen geförderten Menschen jedoch um 138 000 gewachsen.

Besondere die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) seien in den vergangenen vier Monaten dort auf rund 180 000 verdoppelt worden.Vom bundesweiten Anstieg der saisonbereinigten Zahl der Beschäftigung um 76 000 von Januar bis Mai gehe über die Hälfte auf die wahlpolitisch motivierte Belebung der aktiven Arbeitsförderung zurück, sagte er.Besonders deutlich werde dies im Osten.Laut DGB stieg die Zahl der ABM-Beschäftigten in den neuen Ländern mit 15 500 im April und 22 100 im Mai stärker als die gesamte saisonbereinigte Erwerbstätigkeit.Diese wuchs nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 10 000 und im Mai um 15 000 Personen.

Regierungssprecher Otto Hauser (CDU) nannte es "bezeichnend", daß der DGB nicht mehr bundesweit den Aufschwung am Arbeitsmarkt bestreite.

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