Wirtschaft : IWF rügt deutsches Bankensystem Der Reformdruck wächst

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Berlin (egl/HB). Die von dem Argentinier Tomas Balino geleitete IWFMission zur Prüfung des deutschen Finanzsektors hat das so genannte Drei-Säulen-Modell scharf angegriffen. In den abschließenden Konsultationen mit dem Bundesfinanzminister kritisierten die Prüfer nach Informationen des Handelsblatts, dass Deutschland im Sparkassen- und Genossenschaftssektor immer noch viermal so viele hoch bezahlte Bankmanager braucht wie jene EU-Länder, die ihre Sparkassen- und Genossenschaftssektoren nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgreich umgebaut haben.

Das deutsche Drei-Säulen-Modell fußt auf dem Nebeneinander von Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Das stößt nicht nur im Ausland häufig auf Kritik. Auch deutsche Privatbanken sehen mitunter ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit durch die beiden starken anderen Säulen gefährdet. Einige ausländische Institute schreckt der Konkurrenzkampf davon ab, deutsche Privatbanken zu übernehmen.

Der IWF erhöht mit seinen Reformvorschlägen den Druck auf die deutschen Banken nun gewaltig. „Mit welcher mittelfristigen Strategie wollen die Sparkassen- und Genossenschaftssäulen ihre immer noch viel zu großen Kapazitäten den Marktrealitäten anpassen?“, fragen die IWF-Prüfer. Die Bundesregierung räumte ein, „dass mehr Konsolidierung und Wegfall von Zweigstellenkapazitäten im deutschen Drei-Säulen-System auf mittlere Sicht unvermeidlich sind“.

Die IWF-Mission hat die regelmäßige Konsultationsrunde mit dem Berliner Finanzministerium gerade abgeschlossen.

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