Jahreseinkommen : Ackermann ist wieder Spitze

Deutsche-Bank-Chef Ackermann verdiente 2009 rund 9,5 Millionen Euro. Damit ist er wieder Spitzenverdiener unter den Dax-Vorständen.

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Grund zur Freude. Josef Ackermann wird als Krisenmanager reich belohnt. Verbraucherschützer finden das unangemessen.Foto: dpa
Grund zur Freude. Josef Ackermann wird als Krisenmanager reich belohnt. Verbraucherschützer finden das unangemessen.Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Berlin - Die Deutsche Bank hat die Krise hinter sich. Zumindest die Vergütung ihres Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann hat ein Niveau wie vor der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht. Mit einem Jahreseinkommen von mehr als 9,5 Millionen Euro ist Ackermann wieder der Spitzenverdiener unter den Dax-Vorständen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), die die Bezüge der deutschen Top-Manager in den Dax- und M-Dax-Unternehmen unter die Lupe genommen hat.

„Da seine Vergütung zu mehr als zwei Dritteln durch aktienkursbasierte Komponenten bestimmt wird und diese vom Bonus abhängen, ist Herr Ackermann wieder auf den in den Vorjahren gewohnten Spitzenplatz vorgerückt“, sagte Gunther Friedl, Mitautor der Studie und Inhaber des Lehrstuhls für Controlling an der TU München, am Freitag in Frankfurt. Im Vorjahr hatte der Chef der Deutschen Bank lediglich knapp 1,4 Millionen Euro verdient.

Auf Platz zwei der Spitzenverdiener folgte 2009 RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann mit fast 7,2 Millionen Euro, Siemens-Chef Peter Löscher verdiente rund 7,1 Millionen Euro und kam auf Platz drei. 2008 hatte er noch vor Ackermann auf dem ersten Platz gelegen. Unter den 50 M-Dax-Konzernchefs verdiente der Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns Hochtief, Herbert Lütkestratkötter, am meisten: knapp 4,2 Millionen Euro. Es folgten Jochen Zeitz von Puma (3,8 Millionen Euro) und Hugo-Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs (rund 3,7 Millionen Euro).

Insgesamt kommt die Aktionärsvereinigung zu dem Ergebnis, dass deutsche Manager gut, „aber nicht unanständig viel“ verdienen. Die neuen gesetzlichen Vorgaben seien „im Großen und Ganzen“ umgesetzt worden. Die durchschnittliche Vergütung eines Dax-Vorstands stieg gegenüber 2008 um drei Prozent auf 2,37 Millionen Euro. Allerdings lagen die Bezüge damit noch rund 21 Prozent unter den Höchstwerten aus dem Jahr 2007.

Verbraucherschützer halten die Bezahlung dennoch vor allem im Fall der Banker für unangemessen. „Für Bankkunden ist es unverständlich, wenn sie schlechte Zinsen für ihre Anlage bekommen und gleichzeitig die Institute ihre Manager üppig bezahlen“, sagte Frank-Christian Pauli von der Verbraucherzentrale. „Die Verbraucher erwarten, dass sie wieder im Mittelpunkt stehen: Nicht als Objekt zum Geldverdienen, sondern als Vertragspartner, für den die Banken Dienstleister sind.“

Schwere Defizite macht die DSW an anderer Stelle aus: bei den Pensionen und bei der Transparenz. „Die Systeme sind zu komplex und oft unverständlich“, kritisierten die Aktionärsvertreter. Die Vergütungsmodelle müssten einfacher und vergleichbarer werden. Obwohl der Druck auf die Unternehmen gewachsen ist, die Bezahlung ihrer Spitzenkräfte individuell zu veröffentlichen, verweigern sich einige Konzerne hartnäckig. So gewähren im Dax Merck und Heidelberg-Cement ihren Aktionären keine genaue Einsicht. Von den 50 M-Dax-Unternehmen weisen 15 die Bezüge nicht individualisiert aus.

Transparenter müssen laut DSW auch die Pensionsmodelle der Unternehmen werden. Hier rechnet jedes Unternehmen anders. Im Vergleich kann sich VW-Chef Martin Winterkorn besonders auf die Rente freuen. Der Autokonzern macht ihm eine leistungsorientierte Pensionszusage von rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr.

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