Wirtschaft : Japans Banken unter Druck

TOKIO .Die Problemkredite der 17 größten japanischen Banken sind nach Feststellung der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FSA) höher als von den Instituten selbst angenommen.In ihrem Bericht beziffert die FSA das Volumen der Problem- und fragwürdigen Kredite der 17 Banken mit 49,49 Billionen Yen (rund 716,7 Mrd.DM).Demgegenüber hätten die Kreditinstitute selbst ein Volumen von 44,08 Billionen Yen angenommen.Damit reiche auch die von den betroffenen Instituten gebildete Risikovorsorge nicht aus, stellt die FSA fest.Anstelle der per Ende März gebildeten Vorsorge für Kreditverluste von 7,56 Billionen seien insgesamt 8,60 Billionen Yen erforderlich.Nach der Rückstufung ihrer Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor"s (S & P) erlitten die großen japanischen Banken an der Tokioter Börse starke Kursverluste.Der Index der Bankenwerte fiel um mehr als zwei Prozent.

Die Arbeitslosigkeit in Japan ist im November auf einen neuen Rekordstand nach dem Krieg gestiegen.Wie das Verwaltungsministerium in Tokio mitteilte, lag die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent.Im Oktober hatte sie 4,3 Prozent betragen, was ebenfalls schon einen Höchststand bedeutete.Vor allem im Baugewerbe und in der verarbeitenden Industrie sind nach Angaben des Ministeriums Arbeitsplätze verlorengegangen.Die Quote von 4,4 Prozent entspricht exakt jener der USA im selben Monat.Der japanische Finanzminister Kiichi Miyazawa kündigte am Freitag mehr Ausgaben für die Infrastruktur des Landes an, um aus der Rezession zu kommen.Im Entwurf der Regierung für das Haushaltsjahr 1999/2000 sei eine Steigerung der Investitionen in öffentliche Bauten von elf Prozent vorgesehen.Zur Belebung der Konjunktur sollen auch Senkungen der Lohn- und Einkommensteuer sowie der Körperschaftsteuer beitragen.

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