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Kampf gegen Amazon : Walmart verbündet sich mit Google

Waschpulver und Frühstücksflocken auf Kommando: Mit der neuen Allianz wollen die US-Supermarktkette Walmart und der Internetkonzern Google Amazon die Stirn bieten.

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Hunderttausende Produkte des weltgrößten Einzelhändlers Walmart sollen bald über Google Home bestellbar sein.
Hunderttausende Produkte des weltgrößten Einzelhändlers Walmart sollen bald über Google Home bestellbar sein.Foto: Reuters

Gemeinsam im Kampf gegen Amazon: Die größte Einzelhandelskette der Welt verbündet sich mit dem Internetkonzern Google. Ab Ende September sollen hunderttausende Artikel des US-Händlers Walmart über die sprachgesteuerte Box „Google Home“ bestellbar sein, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Ob Spülmittel, Frühstücksflocken oder Spielzeug: Auf Kommando ordere das vernetzte Gerät die gewünschten Produkte und Walmart verschickt sie. Es handele sich um das größte Angebot eines Einzelhändlers auf der Online-Plattform, erklärte Marc Lore, Chef der E-Commerce-Abteilung von Walmart. Im kommenden Jahr sollen auch frische Lebensmittel über den Google-Dienst verfügbar sein.

Amazon greift im stationären Handel an

Der Supermarktbetreiber Walmart sieht sich zunehmend durch das rasante Wachstum von Amazon bedroht. Der Onlinehändler baut sein Sortiment von Waren des täglichen Bedarfs stetig aus und liefert in vielen Städten inzwischen frische Lebensmittel nach Hause. In Berlin startete Amazon den Dienst Amazon Fresh vor drei Monaten, inzwischen ist er auch in Hamburg aktiv. Neuerdings kooperiert der Konzern hierzulande überdies mit der Drogeriekette Rossmann, um Waschpulver, Windeln und Wimperntusche binnen einer Stunde zuzustellen. In den USA, wo die grünen Lieferwagen von Amazon Fresh vielerorts bereits fest zum Stadtbild gehören, überraschte Amazon jüngst mit der Übernahme der Biomarktkette „Whole Foods“. Auch mit eigenen Läden greift Amazon stationär an. Die Allianz mit Google ist jetzt der Konter – Walmart rüstet online nach.

Mitarbeiter bringen den Einkauf auf dem Nachhauseweg vorbei

In Städten und Dörfern könnte der US-Händler präsenter kaum sein – 90 Prozent aller US-Amerikaner haben eine Walmart-Filiale im Umkreis von zehn Meilen, etwa 16 Kilometern. Im herkömmlichen Lebensmittelhandel ist Walmart die Nummer Eins. Den Sprung ins Internet dagegen schien die Kette lange verschlafen zu haben – doch Walmart setzte auf Zukäufe und konnte seine Onlineumsätze zuletzt um 60 Prozent steigern. Im Juni machte das Unternehmen Schlagzeilen mit der Meldung, dass Mitarbeiter nach Feierabend ab sofort freiwillig online bestellte Waren auf ihrem Nachhauseweg bei Kunden vorbeibringen könnten. In einigen Städten knüpfte die Kette dafür zudem Partnerschaften mit Fahrdiensten wie Lyft und Uber.

Unter dem Strich liegt Amazon nichtsdestotrotz scheinbar uneinholbar vorn. Mehr als ein Drittel des gesamten Onlinehandels in den USA werden durch den Konzern mit Sitz in Seattle bestimmt. Das Gerät „Google Home“ mit dem System „Google Assistant“ steht in direkter Konkurrenz zu dem vorher eingeführten Amazon „Echo“ und der Spracherkennungssoftware Alexa, die bereits in vielen amerikanischen Haushalten genutzt wird. Lebensmittelhändler und -hersteller suchen immer öfter die Nähe zu Elektronikkonzernen, die ihnen neue Absatzkanäle eröffnen.



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