Wirtschaft : Karmann baut in Osnabrück 1250 Stellen ab Cabriohersteller in Not Verhandlungen bei VW

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Berlin - Der Hersteller von Sonderfahrzeugen, die Karmann-Gruppe, musste im vergangenen Jahr einen Umsatzeinbruch um 31 Prozent verkraften und will nun 1250 Stellen am Stammsitz in Osnabrück streichen. Bereits im vergangenen Jahr sank die Beschäftigtenzahl von 9640 auf 8350, davon 5600 in Osnabrück. Karmann produziert für Mercedes-Benz das CLK-Cabrio, für Audi das Cabrio A4 sowie zwei Varianten des Chrysler Crossfire. Vor allem die Absatzprobleme beim Crossfire, der schwerpunktmäßig in den USA verkauft wird, haben das Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht, hieß es am Montag in Osnabrück. Der im Verhältnis zum Dollar starke Euro verteuere das Auto ganz erheblich und belaste entsprechend den Crossfire-Absatz in den USA, sagte ein Unternehmenssprecher.

In Wolfsburg trafen sich am Nachmittag Unternehmensvertreter und die Tarifverhandlungskommission der IG Metall zu einem ersten Sondierungsgespräch. Die Konzernführung will an den sechs westdeutschen VW-Standorten eine so genannte Restrukturierung durchführen und plant dazu unter anderem eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich sowie einen umfassenden Personalabbau. Rund 20 000 der gut 100 000 Stellen in den sechs Werken könnten nach bisherigen Angaben davon betroffen sein. Bei VW gilt allerdings ein Tarifvertrag, der bis 2011 betriebsbedingte Entlassungen ausschließt. Auch deshalb hat der Konzern in der vergangenen Woche ein umfangreiches Abfindungsprogramm vorgestellt. So bekommen alle VWler, die sich bis September zu einem freiwilligen Ausscheiden entschließen, zusätzlich zur Abfindung noch einen Bonusbetrag von 54 000 Euro. alf

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