Karriere : Alle wollen Weiterbildung, aber nur wenige tun’s

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Die Wirtschaftskrise schärft das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Weiterbildung: Fast die Hälfte aller Arbeitnehmer hält einer Studie der Bundesagentur für Arbeit (BA) zufolge das Erlernen neuer Fähigkeiten heutzutage für bedeutsamer als in den zurückliegenden Boomzeiten. „Es ist jedoch auffällig, dass zwischen Erkenntnis und Tun eine große Lücke liegt“, sagt BA-Vorstand Raimund Becker. Zwar schätzten mehr als vier Fünftel aller Berufstätigen Weiterbildung als wichtig ein. Doch nur gut die Hälfte nahm im vergangenen Jahr tatsächlich an einer Fortbildung teil.

Besonders Geringqualifizierte besuchten kaum Kurse, Schulungen oder Fachvorträge: Während sich aus dieser Gruppe nur fünf Prozent weiterbildeten, waren es bei den Hochqualifizierten 75 Prozent. „Diejenigen mit hohen Abschlüssen haben eine hohe eigene Motivation“, erklärt Becker. „Diejenigen, die eigentlich stärker auf Qualifizierung angewiesen wären, müssen dagegen oftmals überzeugt werden.“ Dabei seien die Vorteile offensichtlich: Zum einen sichere das neu erworbene Wissen den Arbeitsplatz, zum anderen könnten sich die häufig von Arbeitslosigkeit Bedrohten so für den nächsten Aufschwung positionieren.

Unternehmen riet Becker, jetzt gezielt auf Schulungen zu setzen und einem künftigen Fachkräftemangel vorzubeugen: „Anders als im Vorjahr ist die Bereitschaft da, sich zu qualifizieren.“ Die Motivation wird auch dadurch gesteigert, dass fast 90 Prozent aller Arbeitnehmer eine Fortbildung als Vertrauensbeweis des Chefs verstehen. Weiterbildung scheitert zumeist an Zeit- und Geldmangel. „Wenn es am Geld liegt, können wir uns an den Kosten beteiligen oder sie in manchen Fällen sogar komplett übernehmen“, betont Becker.

Dabei waren nach Erhebungen des Instituts der deutschen Wirtschaft die Unternehmen zuletzt auf einem guten Weg: 1053 Euro pro Mitarbeiter wurden im Jahr 2007 für betriebliche Bildung ausgegeben (siehe Grafik). Tsp/dpa

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