Aufstiegschancen : Traumjob Unternehmensberater

Konzerne bauen ihre internen Consultingbereiche aus. Die neuen Jobs bieten gute Aufstiegschancen.

Claudia Obmann, HB

Das Mauerblümchen der Beratungsszene wächst und schafft neue Einstiegschancen: Die internen Beratungseinheiten großer Unternehmen – das sogenannte Inhouse Consulting – boomt, weil Konzerne und Banken künftig lieber auf festangestellte interne Ratgeber als auf die teureren Berater von McKinsey und Co. setzen. Schickte zunächst Siemens die Externen nach Hause und zog kurz darauf die Logistiksparte der Deutschen Post nach, so haben sich inzwischen neun weitere firmeneigene Beratungen zur Initiative „dichter dran“ zusammengeschlossen, um auf ihre insgesamt 150 freien Stellen aufmerksam zu machen.

Zur Initiative gehören die Konzerne Bayer, Deutsche Telekom, RWE, Eon, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte, die Deutsche Bahn aber auch die Deutsche Bank, die Commerzbank sowie die KfW Bankengruppe. Als Verstärkung suchen sie Hochschulabsolventen, aber auch erfahrene Berater. Hauptsächlich werden Kaufleute, aber auch Ingenieure, Juristen und IT-Spezialisten benötigt, denn die Themen, welche die internen Berater beackern, sind breit gefächert.

Aus diesem Trend zur Expertise aus den eigenen Reihen ergeben sich spannende Karrierechancen: Der Einstieg ist durchaus attraktiv, denn die interne Beratung blüht zwar meist im Verborgenen, weil ihre Projekte und Erfolge ja nicht zu Werbezwecken herausgestellt werden müssen, „dafür gilt sie aber als ideales Sprungbrett auf eine Führungsposition des Mutterunternehmens“, sagt Klaus Reiners, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater. Eine von der European Business School durchgeführte Untersuchung zum deutschen Inhouse Consulting-Markt belegt, dass 66 Prozent der internen Berater binnen weniger Jahre innerhalb ihres Unternehmens in die Führungsmannschaft aufrücken.

Denn anders als ihre externen Kollegen haben die internen Berater einen tieferen Einblick in das Geschäft und die Strukturen ihrer Auftraggeber. Zudem ist ihr Kontakt zum Top-Management intensiver. Schließlich begleiten sie Projekte von der Planung bis zur Umsetzung und werden am Erfolg gemessen. Eine „Nach mir die Sintflut“-Einstellung, die mitunter externen Beratern vorgeworfen wird, können sich Mitarbeiter nicht leisten.

Selbst Teil des Gefüges zu sein, mache die Internen genauso betriebsblind wie ihr ratsuchendes Management, halten die klassischen Anbieter dagegen. Und Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Unternehmen und Branchen stünden den Inhouse Consultants auch nicht zur Verfügung. Mit diesem vermeintlichen Defizit wollen die Unternehmen, die nun ihre Inhouse-Beratung aufrüsten, aufräumen. Vor allem erfahrene Externe werden zunehmend mit vergleichbaren Gehaltskonditionen in den Firmen-Talentpool gelockt. Claudia Obmann (HB)

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