Karriere : Führungskräfte bevorzugen Seminare

Neue Studie zur beruflichen Fortbildung

Blogs und Podcasts spielen in der Weiterbildung von Führungskräften bisher kaum eine Rolle. Wichtiger geworden ist dagegen persönliches Coaching. Mit Abstand auf Platz eins liegen allerdings traditionelle Seminare – noch vor dem Austausch mit Experten und der Weiterbildung mit Hilfe von klassischen Medien wie etwa Büchern. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie im Auftrag der Bildungs- und Informationstechnologiemesse Learntec in Karlsruhe, die am vergangenen Freitag in St. Gallen vorgestellt wurde.

Zur Erhebung der Daten hatte Sabine Seufert, Geschäftsführerin des Swiss Centre for Innovations in Learning (SCIL) der Universität St. Gallen und Wissenschaftliche Leiterin der Learntec, 70 Bildungsmanager in deutschen und Schweizer Unternehmen befragt. „Normale“ Mitarbeiter nutzen demnach zur Weiterbildung bevorzugt Fachzeitschriften. Bereits auf Platz zwei findet sich Lernsoftware, noch vor Newslettern, Pod- und Videocasts sowie Foren im Internet. Nach Einschätzung der Bildungsverantwortlichen in den Unternehmen spielen derartige Lernmethoden und Vermittlungsformen allerdings eher eine nachrangige Rolle: So bewerteten sie beispielsweise das Einbeziehen von virtuellen Realitäten wie Second Life in Bildungsmaßnahmen, Mitarbeiter- Blogs, etwa zur Dokumentation eines Weiterbildungskurses, oder Wikis zur Unterstützung von Bildungsveranstaltungen als vergleichsweise unwichtig. Große Bedeutung wurde dagegen der Einführung unternehmensweiter Lernplattformen beigemessen, zu denen alle Mitarbeiter Zugang haben.

Außerdem wurde es als entscheidend angesehen, Bildungsmaßnahmen „transferförderlich“ zu gestalten, also zum Beispiel mit den Arbeitsprozessen zu verzahnen. In einem anlässlich der Befragung aufgestellten Ranking ist dies aus Sicht der Weiterbildungsverantwortlichen sogar das wichtigste von insgesamt 40 Kriterien. Als fast genauso wichtig gilt, die Qualifizierung an der Unternehmensstrategie auszurichten, sowie die „Lernunterstützung“ durch Vorgesetzte.

Bildungsmanager, in den Unternehmen häufig die Personalleiter oder Personalentwickler, stehen nach Einschätzung von Sabine Seufert zunehmend unter Erfolgsdruck: Die Unternehmensleitung wolle sehen, dass sich die Weiterbildung in der Praxis auszahlt und einen Wertschöpfungsbeitrag bringe. Deutsche Unternehmen gaben nach Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden im Jahr 2005 rund 651 Euro pro Mitarbeiter für Weiterbildung aus. dpa

Mehr Informationen zu der vorgestellten Studie gibt es im Internet unter der Adresse www.learntec.de. Die nächste Messe findet vom 29. bis 31. Januar 2008 in Karlsruhe statt.

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