Karriere : Vom Büro auf die Bühne – mit kleinen Schritten zum Traumberuf

„Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch sein Leben lang Veränderungen bei sich anstoßen kann“, sagt Andrea Böttcher, Expertin für Berufsberatung beim Coaching-Institut „Kernfindung“ in Köln.

Maria Hilt (ddp

„Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch sein Leben lang Veränderungen bei sich anstoßen kann“, sagt Andrea Böttcher, Expertin für Berufsberatung beim Coaching-Institut „Kernfindung“ in Köln. Wichtig sei, dass man erst einmal ein Ziel für sich formuliere, dem man dann entgegenarbeiten könne. „Wenn man weiß, was man will, stehen die Erfolgschancen für Traumberufsucher gut“, sagt Böttcher.

Um seinem Traumberuf auf die Spur zu kommen, sollte man sich selbst erst einmal so gut wie möglich kennenlernen. „Dazu kann man sich über einen längeren Zeitraum alle Dinge notieren, die einem Spaß machen und einen motivieren“, sagt Angelika Gulder, die Autorin des Ratgebers „Finde den Job, der dich glücklich macht“. Aus dieser Liste könne man dann entweder die Punkte auswählen, die einem am wichtigsten sind. „Eine andere Methode ist, die Begriffe in Kategorien zu ordnen“, sagt die Karriereberaterin aus dem hessischen Hofheim.

Auch bereits vergessene Traumberufe können einem die Richtung weisen. „Das kann schon beim Lokomotivführer anfangen, der man als Fünfjähriger werden wollte“, sagt Andrea Böttcher. Nun müsse man sich fragen, welche Sehnsüchte dahinter stecken und welche Motivation immer noch gilt. Wenn man sich beruflich neu orientieren möchte, ist es auch wichtig zu wissen, was man selbst mitbringt. Böttcher rät, Menschen aus dem eigenen Umfeld zu fragen, wie sie einen einschätzen.

Hat man seine Neigungen und Talente erforscht, kann man anfangen, nach Berufsbildern zu suchen, die diese Aspekte beinhalten – und nach Wegen, sein Ziel einfach zu erreichen. „Es ist gut, wenn man sich für so ein Brainstorming mit anderen zusammentut“, sagt Gulder. Denn selbst verwerfe man vielleicht manche Idee zu schnell, wo andere lockerer weiterspinnen könnten. Andrea Böttcher empfiehlt Suchenden, sich auch mit Menschen zu unterhalten, die bereits in dieser potenziellen Traumbranche tätig sind.

Schließlich kann man beginnen, sich seinem Traumberuf langsam zu nähern. „Von heute auf morgen alles hinzuschmeißen und alles auf eine Karte zu setzen, halte ich für bedenklich – besonders in diesen Zeiten“, sagt Gulder. Zudem sei ein so radikaler Umschwung für viele ein großes Hindernis, das sie eher davon abhalte, sich zu verändern. Und es sei okay, einen passablen Job erst einmal weiterzumachen und in der Freizeit sein neues Berufsziel zu verfolgen, sagt die Expertin.

„Die Garantie, dass es klappt, gibt es nie – dazu braucht es immer auch ein bisschen Glück“, sagt Böttcher. Es könne durchaus passieren, dass aus der Bürofrau im mittlerren Alter noch eine erfolgreiche Sängerin werde. „Wenn man es nicht ausprobiert, wird man es nie erfahren“, gibt Gulder zu bedenken. Maria Hilt (ddp)

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