Karriere : Manager entdecken weiche Themen in der Krise neu

Personalführung, Wirtschaftsethik und strategisches Management werden für Entscheider immer wichtiger

Andreas Niesmann/HB

Themen, die von Managern gern als weich abgestempelt werden, gewinnen in der Krise wieder an Bedeutung. Strategisches Management, Marketing, Personalführung und Wirtschaftsethik stehen bei Firmenlenkern hoch im Kurs – klassische harte Themen wie Finanzmanagement, Entscheidungsprozesse oder Operations werden erst einmal zurückgestellt.

„Uns hat überrascht, dass das Interesse der Konzernlenker aktuell besonders bei den so genannten Soft Topics liegt“, sagt Marc Sachon, Professor an der spanischen Business School IESE. Um zu erfahren, was Manager in Deutschland bewegt, hat Sachon 60 Vorstände und Geschäftsführer deutscher Großunternehmen, Mittelständler und Dienstleister danach befragen lassen, in welchen Bereichen sie künftig den größten Handlungsbedarf sehen. Neun Themen standen zur Auswahl. Ganz unten in der Hitliste der Manager stand der Bereich Informationstechnik. „IT ist inzwischen weniger ein Thema an sich, sondern hat den Status eines Werkzeugs“, erklärt Sachon.

Eine Renaissance der weichen Themen prognostiziert auch die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) in der Studie „Organisation 2015“. Für die Untersuchung werden mehr als 1000 Führungskräfte und Experten für Organisationsentwicklung befragt. Weiche Faktoren wie Führung und auch Veränderungsbereitschaft gewinnen laut BCG-Strategieberatern aus einem ökonomischen Grund: Mit ihnen werden die Firmen in Zukunft Wettbewerbsvorteile erlangen.

Dass harte Themen vollständig vom Radar verschwinden, erwartet aber keiner der Experten, denn auch in diesem Bereich gibt es Baustellen. So hat etwa die IESE-Studie herausgefunden, dass strategische Entscheidungen unter Zeitdruck meist intuitiv und bei Unsicherheit nach dem Trial-and-Error-Prinzip getroffen werden. Daher vermitteln Weiterbildungsanbieter Managern Techniken, um künftig transparente, informationsbasierte und wiederholbare Entscheidungen zu treffen. Andreas Niesmann/HB

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