Karriere : Pro und Contra zum Großraumbüro Positionen von Experten

Sind sie Segen oder Fluch? Manche Mitarbeiter fühlen sich in Großraumbüros wohl und nutzen den engen Kontakt mit Kollegen zu Absprachen und kleinen Gesprächspausen. Andere fühlen sich permanent gestört, können sich kaum auf Ihre Arbeit konzentrieren und wünschen sich nichts sehnlicher als die Tür hinter sich zuzumachen – und in einem Büro ganz für sich allein zu sitzen. Die Wahrheit liegt wohl wieder einmal irgendwo in der Mitte.

Michael Kastner vom Institut für Arbeitspsychologie und Arbeitsmedizin meint: „Wir brauchen keine Großraumbüros, sondern Kombi-Büros. Dort sitzt man vormittags in kleinen, abgetrennten Zimmern und kann seine individuellen Aufgaben in Ruhe erledigen. Nachmittags arbeitet man dann in einer offenen Zone weiter. Da kann man sich austauschen und diskutieren. Nach dem Essen sind alle satt und zufrieden, nicht so aggressiv und viel kommunikativer als morgens.“

Roman Wack, Akustikexperte am Fraunhofer-Institut für Bauphysik findet: „In Großraumbüros stehen wir vor einem Dilemma. Wenn wir den Lärm dämpfen, hallt es zwar nicht so, aber wo vorher eine diffuse Geräuschkulisse war, versteht man jetzt Telefonate noch in 20 Metern Entfernung. Verständliche Gespräche lenken ab, selbst wenn sie leise sind.“

Sylke Neumann, Präventionsexpertin der Gesetzlichen Unfallversicherung VBG argumentiert: denkt: „Großraumbüros haben eine gute und eine schlechte Seite. Man kann sich spontan austauschen, die zufällige, informelle Kommunikation wird begünstigt. Nur wird man dort durch Lärm und Gespräche leicht abgelenkt, und die Raumtemperatur lässt sich nicht individuell regeln.“ JK

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