Wirtschaft : Kartellamt: Edeka darf Spar übernehmen

Wettbewerbshüter sehen „keine marktbeherrschende Stellung“ / Discounter-Zweig wird ausgebaut

Philip Volkmann-Schluck

Berlin – Der Lebensmittelhändler Edeka übernimmt wie geplant die Spar Handels-AG und steigt gleichzeitig in das Discountergeschäft ein. Das Bundeskartellamt hat am Montag dem größten Lebensmittelhändler Deutschlands grünes Licht für die Übernahme der defizitären Spar AG sowie der von der französischen Intermarché betriebenen Discounterkette „Netto-Süd“ gegeben.

Der Edeka-Umsatz steigt damit nach eigenen Angaben jährlich um mehr als fünf Milliarden Euro auf rund 37 Milliarden Euro. Die Anzahl der Verkaufsstellen erhöht sich um rund 2500 auf bundesweit insgesamt mehr als 11 000. Zu Edeka gehört auch die Berliner Reichelt-Kette.

Durch die Übernahme erreicht Edeka auf 20 von 90 regionalen Märkten jeweils einen Anteil von mehr als einem Drittel, ergaben die Prüfungen des Bundeskartellamtes. Angesichts starker Konkurrenten wie Rewe, Aldi oder Lidl entstehe dadurch aber keine marktbeherrschende Stellung der Edeka-Gruppe, erklärte Kartellamtspräsident Ulf Böge. Der Lebensmittelhandel sei zwar stark konzentriert, aber gleichzeitig von einem harten Preiswettbewerb geprägt.

Ihren zukünftigen Discounter-Bereich will die Edeka-Gruppe deutlich erweitern. Derzeit erzielt „Netto-Süd“ mit 1000 Filialen einen Jahresumsatz von drei Milliarden Euro. In Zukunft sollen unter dem Dach der Edeka-Gruppe jedes Jahr hundert neue Discounter-Märkte eröffnen, sagte Edeka-Chef Alfons Frenk. Auch einer 25-prozentigen Beteiligung an „Netto-Nord“ stimmten die Wettbewerbsbeobachter zu. Der Zusammenschluss von Edeka und Spar dürfte mit einem deutlichen Stellenabbau verbunden sein. Ihr Konzept ist vergleichbar, beide beliefern selbstständige Supermarktbesitzer. Das Spar-Logistik-Netz werde stufenweise abgebaut, kündigte Spar-Chef Stephan Schelo bereits an. Die Gewerkschaft Verdi forderte nach der Urteilsverkündung, die Spar-Großhandlungen zu erhalten und so „eine Perspektive für 3500 Spar-Beschäftigte zu schaffen“.

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