Wirtschaft : Katrinas Lehren

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Das ganze Ausmaß der Schäden und Verwüstungen, die der Wirbelsturm „Katrina“ in Louisiana, Mississippi und Alabama angerichtet hat, ist noch nicht absehbar. In den kommenden Wochen und Monaten werden die angemessenen politischen Lehren zu ziehen sein. Anschuldigungen aber, wie sie dieser Tage etwa von Deutschlands Umweltminister Jürgen Trittin erhoben werden – Katrina sei eine Folge der globalen Erwärmung, die wiederum mit dem Energieverbrauch in den USA zusammenhängt – sind wenig hilfreich. Tatsächlich kann die zerstörerische Kraft von Katrina nicht glaubhaft der globalen Erwärmung zugeschrieben werden. Die Golfküste wird seit Urzeiten von gewaltigen Wirbelstürmen heimgesucht. Der GalvestonHurrikan von 1900 forderte schätzungsweise 8000 Menschenleben. Auch Holland wurde 1953 von einer schrecklichen Flutkatastrophe heimgesucht. Deiche brachen, 1800 Menschen ertranken, 200000 Hektar Kulturland versanken im Meer. Das daraufhin begonnene Delta-Projekt ist eine europäische Erfolgsgeschichte, von der Amerika lernen kann. Das kürzlich von US-Präsident George W. Bush unterzeichnete Energiegesetz sieht eine halbe Milliarde US-Dollar für die Küstensanierung allein in Louisiana vor. Deichbau schützt New Orleans vor dem Frühjahrshochwasser. Der für 700 Millionen Dollar geplante Deich von Morganza zum Golf von Mexiko hätte Katrina vielleicht in Schach halten können, wäre er bereits fertig.

Was jetzt notwendig ist, liegt auf der Hand: Schiffe der US-Marine werden die Versorgung sichern. Berichte von bewaffneten Plünderungen rechtfertigen die Entscheidung, das Kriegsrecht auszurufen. Die Bush-Administration wäre gut beraten, jegliche bürokratischen Hindernisse für einen zügigen Wiederaufbau zu beseitigen. In der Zukunft aber werden wir uns fragen müssen, wie es sein konnte, dass eine Stadt wie New Orleans, die teilweise unter dem Meeresspiegel liegt und auf drei Seiten von Wasser umgeben ist, über so lange Zeit das Schicksal herausfordert.

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