KAUFEN oder NICHT : Kaffee auf Pump

Henrik Mortsiefer testet eine mobile Espressomaschine

Henrik Mortsiefer

Alles ist heute mobil. Warum nicht auch Espressomaschinen mobil machen? „Handpresso Wild“ tut genau das. Die „kleinste Espressomaschine der Welt“ hat mit den Riesenmaschinen, die man heute in fast jeder Küche stehen sieht, nichts zu tun. Das Ding sieht aus wie eine Luftpumpe. Man kann es locker in die Tasche stecken und überall einsetzen – ohne Elektrizität. Aber Kaffee kochen?

Das geht so: Mit der Handpumpe wird zunächst das schwarze Stahlrohr bis auf 16 bar unter Druck gesetzt. Dann füllt man heißes Wasser in ein am Rohr angebrachtes Reservoir (Voraussetzung: Man hat heißes Wasser dabei). Dann wird ein Kaffee-Pad eingelegt – und das Reservoir verschlossen. Einmal das Ganze umgedreht, Knopf gedrückt und fertig: das heiße Wasser schießt durch das Pad. In die bereitgestellte Tasse strömt duftender Espresso. Sieht gut aus, schmeckt aber mäßig. Jedenfalls ist das Handpresso-Produkt kein „erstklassiger Espresso, der höchsten Ansprüchen genügt“, wie der Hersteller im Prospekt wirbt. Das kann aber auch an den Pads liegen. Ebenfalls nachteilig: der Espresso ist lauwarm. Kenner trinken ihn zwar nicht brühend heiß. Aber die Handpresso-Temperatur ist eindeutig zu niedrig, vor allem wenn man den Kaffee mit Wasser aus der Thermoskanne aufgießt. Im Campingzelt mag das alles nicht stören. Kaffee-Kultur ist sowieso etwas anderes. Eine ungewöhnliche, elegant umgesetzte Erfindung ist die mobile Espresso-Pumpe allemal. Der Preis für so viel Erfindergeist: 99 Euro. Bestellbar bei: www.van-der-borg.com

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