Kaufen oder nicht kaufen : Motorrad-Navigationsgerät im Test

Moritz Döbler testet ein Motorrad-Navigationsgerät

Moritz Döbler

Manche Maschinen haben Moral, zum Beispiel das Motorrad-Navigationsgerät Zumo 660 Europa von Garmin. Wer sich dem Tagesspiegel-Verlagshaus an der Potsdamer Straße von Westen nähert, fährt meist über die Kurfürstenstraße und damit durch einen belebten Straßenstrich. Das Zumo aber lässt einen vorher abbiegen und die Damen weiträumig umfahren. Umweg: ein bis zwei Kilometer.

Das war bei vielen Fahrten aber auch das einzige Beispiel für eine überraschende Streckenführung. Schwerer wiegt das Grundsätzliche: Braucht man wirklich ein Navigationsgerät fürs Motorrad? Es gibt schließlich andere Möglichkeiten, seinen Weg zu finden. Ziemlich gut tut es der Tankrucksack mit einem Klarsichtfach, in dem die Straßenkarte steckt. Am meisten Spaß macht es, nur eine ungefähre Vorstellung von der Route zu haben und einfach draufloszufahren. Wenn die Fahrt zum rauschhaften Selbstzweck wird, stört ein Navi nur.

Aber auch sonst ist es eher etwas für Vielfahrer mit Technikfaible. Das liegt nicht an der hochwertigen Hardware des Zumo, die stabil ist und sich leicht an den Lenker schrauben lässt. Das Navi rastet mit einem Klick solide in die Halterung ein. Keine Einwände. Aber die Kabel zu verbinden, ist nicht ganz so trivial – und, ehrlich gesagt, lästig. Wer will, kann das Navi auch an der Steckdose aufladen und unterwegs nur bei Bedarf einschalten.

Sich allein für das Navi einen Kopfhörer in den Helm zu friemeln, ist Quatsch. Bei Sonne sieht man auf dem Bildschirm leider nichts, und mit Handschuhen kann man die Zieleingabe vergessen. So erkennt man nach und nach die wahre Bestimmung des Zumo: der wechselnde Einsatz zwischen Auto und Motorrad. Denn auch die Scheibenhalterung fürs Auto samt Stromkabel wird mitgeliefert und funktioniert perfekt. Wer die Vorfreude aufs Wochenende kultivieren will, kann das Navi im Auto nutzen und trotzdem auf dem Bildschirm das stilisierte Motorrad durch die Straßen fahren lassen. Der Hersteller nennt als unverbindliche Preisempfehlung für das Gerät 599 Euro – bei Internetanbietern und Elektronikmärkten ist es zum Teil deutlich billiger.

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