Wirtschaft : Kauflust stützt die US-Wirtschaft

Verbraucher geben mehr Geldaus /Amerikanische Wirtschaft wächst in diesem Jahr um mehr als drei Prozent

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Berlin (akz). In den USA gibt es immer mehr Hinweise auf ein robustes Wachstum. Das Verbrauchervertrauen fiel im Dezember höher aus, als von Volkswirten erwartet worden war. Auch die persönlichen Einkommen der USBürger lagen im November über den Erwartungen. Die Ausgaben der privaten Haushalte stiegen ebenfalls.

Derzeit kommen nach Auffassung von Ökonomen die wichtigsten Impulse für eine Erholung der deutschen Wirtschaft vor allem aus den USA. Mit den neuesten Zahlen aus den USA bestätigt sich, dass die privaten Haushalte weiterhin die wichtigste Stütze des US-Wachstum sind. Der Konsum macht rund zwei Drittel des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts aus. „Im Umfeld freundlicher Aktienmärkte und von mehr Zuversicht in die Konjunktur haben sich die privaten Haushalte im November wieder einmal spendabel gezeigt“, sagte Holger Bahr, US-Experte bei der Deka-Bank.

Verbraucher haben Vertrauen

Die persönlichen Einkommen stiegen im November um 0,5 Prozent im Verhältnis zum Vorquartal, teilte das US-Handelsministerium mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg von nur 0,4 Prozent gerechnet. Den Angaben zufolge nahmen die Ausgaben der privaten Haushalte im November um 0,4 Prozent zu. Anfang Dezember war zwar der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan leicht gesunken. Doch wiesen Konjunkturexperten darauf hin, dass dies nur ein vorübergehender Rückgang sei. Wie sich am Dienstag herausstellte, ist das Vertrauen der US-Konsumenten in die wirtschaftliche Entwicklung im Dezember nach endgültigen Berechnungen weniger stark zurückgegangen als zuvor angegeben wurde. Der Index fiel nur auf 92,6 Punkte, im November lag er bei 93,7 Zählern. Nach vorläufigen Daten von Anfang Dezember war der Index auf 89,6 Zähler gesunken.

Auf die starke Rolle des Konsums für die US-Wirtschaft wies auch die Revision der Wachstumszahlen für das dritte Quartal hin. So nahm der Konsum sogar um 6,9 Prozent zu und nicht wie zuvor geschätzt um 6,4 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Weiterhin bestätigte das Ministerium die Wachstumsrate im dritten Quartal mit 8,2 Prozent. Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft um 3,1 Prozent gewachsen.

Mit den vorliegenden Daten erwarten Experten, dass die US-Wirtschaft auch im kommenden Jahr auf Kurs bleibt. „Die Ausgaben der Verbraucher bleiben stark, die Unternehmen geben gut aus, und die Bestände werden zu dem Wachstum mehr beitragen als wir dachten“, zeigte sich Peter Hooper von der Deutschen Bank in New York zuversichtlich. Für das vierte Quartal erwarten die Volkswirte der Deutschen Bank einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um fünf Prozent. In 2003 dürfte die US-Wirtschaft den Schätzungen zufolge um 3,2 Prozent gewachsen sein.

Clement hofft auf 2005

Unterdessen nimmt auch in Deutschland der Optimismus für einen Aufschwung zu. So sieht die Bundesregierung zunehmende Anzeichen einer konjunkturellen Erholung in den kommenden Jahren. „2005 dürfte das beste Jahr werden, das wir seiten vielen Jahren erlebt haben“, sagte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement im Bayrischen Rundfunk. Bereits im kommenden Jahr sei mit einer deutlichen wirtschaftlichen Erholung zu rechnen. Vor allem die beschlossenen Reformgesetze seien ein „Signal in eine wirtschaftliche Erholung“, sagte Clement.

Die Leistungsbilanz der Eurozone wies im Oktober einen Überschuss von saisonbereinigten 5,6 Milliarden Euro aus, wie die Europäische Zentralbank am Dienstag mitteilte. Im Vergleich zum September ging der Überschuss damit um 2,4 Milliarden Euro zurück. Der Saldo lag aber immer noch über den Erwartungen von Analysten, die mit nur vier Milliarden Euro gerechnet hatten. Ein positiver Saldo wurde im Warenhandel mit 11,5 Milliarden Euro erreicht – ein Rückgang von 2,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vormonat. Bei Dienstleistungen verzeichnete die Eurozone einen Überschuss von 2,3 Milliarden Euro (plus 0,5 Milliarden Euro).

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