Wirtschaft : Kein Fest ohne Ochs und Esel

Zur Dekoration gehören Krippenfiguren und Lichtspiele

Alexander Visser

Krippenfiguren waren fast ausgestorben, erinnert sich Dieter Funk. „Vor ein paar Jahren hat sich dafür doch niemand interessiert“, sagt er. Doch das hat sich gewandelt. Wer auf Weihnachtsmärkten oder den Sonderverkaufszonen der großen Kaufhäuser nach Maria, Joseph, Ochs und Esel sucht, findet ein abwechslungsreiches Angebot. Für besondere Christfest-Freunde gehört zur Wohlfühl-Atmosphäre der Weihnachtszeit nicht nur der geschmückte Baum, sondern auch Krippenfiguren und andere, möglichst handgearbeitete Accessoires. Eine besonders internationale Krippenauswahl gibt es im Devotionalien-Laden „Ave Maria“, den Dieter Funk mit seiner Partnerin in der Potsdamer Straße 75 in Berlin betreibt.

Die gedrungenen Figuren mit Strickmützen stammen aus Peru. Sie werden aus Ton gefertigt und mit erdigen Farben bemalt. Statt von Ochs und Esel ist Maria von Lamas umringt. Eine andere Variante der heiligen Familie aus Peru: Winzige Figuren aus weißem Alabaster in einer steinernen Höhle. Die Gruppe kostet 47 Euro. Im Kontrast dazu stehen die langgliedrigen Figuren aus schwarzem Ebenholz, die in Tansania geschnitzt werden. Wer sich eine solche Figurengruppe aufs Fensterbrett stellen will, unterstützt mit den 90 Euro auch kirchliche Projekte in Afrika. Bunter geht es bei der Krippenfamilien aus Italien zu. Die Schneekugel-Variante können diejenigen mit auf die Arbeit nehmen, die das Pech haben, an den Feiertagen Dienst zu haben. Besonders stimmungsvoll ist das farbig erleuchtete sizilianische Tondorf mit Krippe. Die kleinen Plastikfiguren mit Dudelsack spielenden Hirten gefallen besonders den Kindern.

Ein gewaltiges Orchester. Fünfzig weiße, musizierende Engel. Jeder hält ein anderes Instrument in den winzigen, handgeschnitzten Händen. Das himmlische Musikensemble im Fingerformat stammt aus dem Erzgebirge, wie all die Figuren in der „Heimatstube“ in den Berliner Potsdamer Platz Arkaden. Die traditionsreiche Schnitzkunst hat ihren Preis, 16,70 Euro kostet ein Engel. Weihnachtspyramiden, deren Flügel sich in der aufsteigenden Wärme der Kerzen drehen, gibt es ab 38 bis 1330 Euro.

Für viele findet Weihnachten nicht nur im Wohnzimmer statt. Die ganze Stadt soll freundlich aussehen. Jedes Kaufhaus bietet dafür blinkende Lichtspiele. Wer es schlichter mag, geht zum Blumenladen um die Ecke und kauft einen Türkranz aus geschmückten Tannenzweigen, der Gäste und Nachbarn festlich grüßt.

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