Wirtschaft : Kein Glück mehr mit dem Lottospiel

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Berlin - Der Jackpot ist aktuell 152 Millionen Euro schwer. Doch wer sein Glück bei der Lotterie Euro Millions wagen will, muss über die Grenze, um in Frankreich, Belgien, Österreich oder der Schweiz seinen Tipp abzugeben. „Viele Deutsche spielen jetzt im Ausland“, sagt Rainer Jacken, Vorstandssprecher der Fluxx AG. „Ich habe gestern auch gespielt.“ Fluxx ist ein gewerblicher Spielevermittler. Ebenso wie die Wettbewerber Faber oder Tipp24 vermittelt Fluxx Spieleinsätze an deutsche Lottogesellschaften. Die Firmen fürchten, dass immer mehr deutsche Lottospieler im Ausland spielen werden. „Sollte der Glücksspielstaatsvertrag in seiner jetzigen Form unterzeichnet werden, dann wird es uns am 1. Januar 2008 nicht mehr geben“, sagt Tipp24-Vorstand Jens Schumann.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen in ihrer Sitzung am 13. Dezember den neuen Staatsvertrag über das Glücksspielwesen unterzeichnen. Bedenken haben lediglich die Bundesländer Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg angemeldet. Die Länder wollen im neuen Vertrag ihr Monopol auf Glücksspiele und Lotterien festschreiben. Eine Änderung des bestehenden Lotteriestaatsvertrags war nötig geworden, weil das Bundesverfassungsgericht diesen in einigen Punkten für verfassungswidrig erklärt hat.

Der neue Glücksspielstaatsvertrag sieht nun unter anderem vor, dass für Lotto künftig nicht mehr geworben werden darf. „Die Vorstellung, ein Produkt ohne Werbung am Markt halten zu können, ist ein völliger Irrglaube“, sagt Norman Faber, der seit 30 Jahren Lottoeinsätze einsammelt. Die privaten Vermittler gehen daher davon aus, dass die staatlichen Lottogesellschaften, die ihr Monopol verteidigen wollen, sich damit das eigene Geschäft ruinieren. Die Lottoeinnahmen würden nach den neuen Regeln sogar sinken – nach einer Studie des Münchner Ifo-Instituts um mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr. Stattdessen würden sich die Deutschen neue Spielmöglichkeiten suchen: im Ausland. vis

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