Wirtschaft : Kein Inflationsrisiko durch Löhne und Gehälter

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Die britische Wirtschaft erholt sich weiter. Im zweiten Quartal 1999 stieg das Bruttoinlandsprodukt zu konstanten Marktpreisen um 0,5 Prozent, im Vorjahresvergleich um 1,2 Prozent. Befürchtungen, dass die Bank of England im Laufe dieses Jahres die Zinsen erhöhen könnte, erhielten damit keine neue Nahrung. Die Daten, die das Office for National Statistics am Montag bekannt gab, deckten sich exakt mit den Schätzungen vom vergangenen Monat.

Weiteres Wasser auf die Mühlen derjenigen, die das Inflationsrisiko in Großbritannien derzeit als gering einstufen, schöpft der Industrieverband CBI. In der jüngsten Umfrage wurde festgestellt, dass der Anstieg der Löhne und Gehälter in allen Bereichen der britischen Wirtschaft im zweiten Quartal jeweils flacher als im vorigen Quartal und im Vorjahresvergleich verlief. Im Verarbeitenden Gewerbe stiegen die Löhne zwischen April und Juni durchschnittlich um 2,7 Prozent (erstes Quartal 2,9 Prozent, Vorjahresvergleich 3,5 Prozent). Im wichtigeren Service-Bereich erhöhten sich die Vergütungen um 3,5 Prozent (erstes Quartal 3,6 Prozent, Vorjahresvergleich 4,2 Prozent).

Das vergangene Woche veröffentlichte Sitzungsprotokoll des geldpolitischen Komitees der Bank of England hat eine große Unsicherheit über den Verlauf der Inflationsrate in den kommenden zwei Jahren offenbart. Eine Fraktion sieht mit Blick auf den Arbeitsmarkt Handlungsbedarf der britischen Notenbank. Mit Blick auf eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent, ein Rekordtief innerhalb der letzten 19 Jahre, und einer wachsenden Wirtschaft wird ein Inflationspotential ausgemacht. Doch von der Lohn- und Gehaltsentwicklung geht aktuell kein Preisdruck aus. CBI-Vertreter warnen denn auch vor einer vorzeitigen Zinserhöhungsdebatte.

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