Wirtschaft : Keine Auskunft über Dienstwagen

Berlin - Wenn es um ihren Dienstwagen geht, werden die meisten Vorstände einsilbig. Diese Erfahrung machte jetzt die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die 115 führende deutsche Unternehmen gefragt hat, wie viel CO2 ihre Fahrzeugflotte ausstößt – und wie umweltschädlich der Wagen des Chefs ist. Nur 17 Firmen gaben eine aussagekräftige Antwort und veröffentlichten die klimarelevanten Daten. Zehn informierten nur über den CO2-Ausstoß der gesamten Flotte, 88 Unternehmen verweigerten jegliche Auskunft und bekamen dafür die Rote Karte der DUH. „Das Ergebnis ist niederschmetternd“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Freitag in Berlin. „Die Liste der mit der Roten Karte ausgezeichneten Klimaschutz-Ignoranten liest sich leider wie das Who-is- Who der deutschen Wirtschaft.“ Laut Umwelthilfe wollte kein deutscher Automobilhersteller oder Energieversorger Angaben über den CO2-Fußabdruck der selbst genutzten Firmenwagen machen. BASF, BMW, Continental, Daimler, Linde, Lufthansa, MAN, Metro, Münchener Rück, Praktiker, SAP, Solarworld und Volkswagen sind prominente Vertreter der Informationsverweigerer“, sagte Resch.

Bei den Konzernen ist laut DUH die Bahn ein positives Beispiel. Der durchschnittliche C02-Ausstoß ihrer Dienstwagenflotte liege bei 125 Gramm je Kilometer. Dieser Wert unterschreite den für 2015 angesetzten Klimaschutz-Zielwert der EU von 130 Gramm. Das gilt auch für die Phoenix Solar AG, die Resch als Gesamtsieger der Umfrage bezeichnete. Dort liege sogar Vorstandschef Andreas Hänel mit einem Audi A4 unter dem EU-Zielwert. Resch betonte, dass Unternehmen mit strategischen Anreizen dazu beitragen können, ihren Flottenausstoß zu senken. Die Deutsche Post beispielsweise zahle Firmenwagenbesitzern, die auf einen kleineren Wagen umsteigen, eine Ausgleichsprämie. mot

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben