Wirtschaft : Kindl liegt im Streit mit Potsdam

Werbeetat wird erhöht / Jubiläums Pilsner soll nationale Marke werden BERLIN (dr).Die Berliner Kindl Brauerei AG, zugehörig zur Binding-Brauerei-AG und damit zum Oetker-Konzern, stellt sich dem Kampf auf dem Biermarkt und dieser ist außerordentlich hart.Vorstand Sievers nannte am Dienstag vor der Presse in Berlin vier Ziele, die man sich gestellt habe.Das Jubiläums Pilsner soll in den Bereich der nationalen Biere aufrücken, zu dem etwa 20 Markten zählen.Immerhin gelang hier im vergangenen Jahr schon eine Absatzsteigerung um 21 Prozent.Im regionalen Bereich sollen Konkurrenten verdrängt werden.Die Stärken in den Nischen - etwa bei Berliner Weisse und bei Schwarzbier- sollen ausgespielt werden, und schließlich will man auch noch mit einer neuen Flaschenform Erfolg haben."Wir gehen aber nicht in den Bereich der Billig-Biere oder der Handelsmarken", so Sievers.Die Preise sollen nicht "angefaßt" werden, dies sei im Augenblick am Markt nicht durchsetzbar.Dafür sind allerdings gewaltige Anstregungen nötig.So werden die Werbe-Aufwendungen allein in diesem Jahr rund 17 Mill.DM betragen.Und diese sollen sogar noch weiter aufgestockt werden - auch zu Lasten des Gewinns.In den neuen Bundesländern wurde Kindl in rund 1200 Geschäften neu gelistet.Doch in der Gastronomie beispielsweise ist der Kampf noch längst nicht gewonnen, so Sievers.Zwar wuchs die Zahl der Gaststätten und Kneipen, die Kindl beliefert, im vergangenen Jahr um rund neun Prozent auf jetzt etwa 6000 - davon 40 bis 50 Prozent in Berlin, aber pro Objekt verbuchte man einen Minderabsatz von bis zu 15 Prozent.So blieb nur ein kleines Plus von neun Prozent übrig.Insgesamt wurden in die Gastronomie rund 15 Mill.DM investiert.Dazu kommen noch Darlehen, zu deren Höhe sich der Vorstand aber nicht äußerte.Für das vergangene Jahr weist Kindl einen Gewinn von fünf Mill.DM aus - nach 6,5 Mill.DM im Jahr zuvor.Der Umsatz sank um 3,9 Prozent auf 244,8 Mill.DM.Die Zahl der Mitarbeiter ging um 22 auf 554 Beschäftigte zurück.Die Investitionen sanken von 29 Mill.DM auf 23,6 Mill.DM.Hart ins Gericht ging Direktor Uwe Biermann mit der Stadtverwaltung von Potsdam.Dort produziert Kindl Potsdamer Rex Pils und hat allein in die Brauerei rund 80 Mill.DM investiert.Man wolle eine eigene Kläranlage bauen um die Abwässer direkt ableiten zu können.Dafür warte man noch immer auf eine Genehmigung.Da die Kosten für das Abwasser in Potsdam bei rund 7,20 DM lägen, verglichen mit 4,90 DM in Berlin, könne man mit einer Verlagerung nach Berlin jährlich rund eine Mill.DM sparen.Deshalb könne man eine Verlagerung nicht ausschließen, so Biermann, dies werde aber so gut wie keine Arbeitsplätze kosten.Allerdings entgehen dem Land Brandenburg dann jährlich etwa 14 Mill.DM Biersteuer, die dann Berlin zugute kämen.

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