Wirtschaft : Kinowelt wächst wieder wie früher

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Berlin/Leipzig - Kinowelt ist wieder da und wächst wie zu Zeiten des Neuen Marktes. Das Leipziger Medienunternehmen teilte am Freitag mit, alle Geschäftsfelder hätten bei Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Kinowelt- Chef Michael Kölmel sagte bei der Vorlage der Jahresbilanz, der Überschuss habe sich um 38 Prozent auf 4,9 Millionen Euro gesteigert, und der Umsatz sei um 35 Prozent auf 106,8 Millionen Euro gestiegen. Kinowelt hat 150 Mitarbeiter.

Kölmel, einst gefeierter Star des Neuen Marktes, hatte sich im ersten Anlauf mit Kinowelt übernommen und das Unternehmen nach einer gescheiterten Expansion 2001 in die Insolvenz getrieben. Wegen Untreue und Insolvenzverschleppung wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens gelang ihm der Neustart. Filmstock und Geschäftsanteile ehemaliger Tochterfirmen bilden die Basis der Leipziger Neugründung. Außerdem kaufte Kölmel aus dem insolventen Kirch-Konzern die Rechte an rund 10 000 Filmen. Seit fünf Jahren geht es mit Kinowelt aufwärts. „Das Unternehmen wächst kontinuierlich“, sagte er dem Tagesspiegel.

Größter Umsatzbringer war 2006 unverändert die DVD-Sparte, die gut die Hälfte des Erlöses einspielte. „Wir hatten gute aktuelle Filme und die Auswertung der Bibliothek hat sich ausgezahlt“, sagte Kölmel. Mit neuen Angeboten will Kinowelt verstärkt bei anspruchsvollen Käufern zulegen. Der Erwerb des Verlages „Zweitausendeins“ und das Label „Arthaus“ böten Potenziale. Kinowelt will außerdem als Koproduzent ins Filmgeschäft einsteigen. 2006 hatte Kinowelt unter anderem den Kassenschlager „Deutschland ein Sommermärchen“ mit vier Millionen Zuschauern ins Kino gebracht. mot

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