Wirtschaft : Kirch-Pleite: Zum Wohle der Gläubiger

jbh

Zum Thema Online Spezial: Kirch & Fußballrechte
Schwerpunkt: Bundesliga nach der Kirch-Pleite
Fotostrecke: Pleitewelle - Insolvenzen in Deutschland
Die Kirch-Media steckt im Insolvenzverfahren - aber nicht alle Teile des Unternehmens. Noch vor der Insolvenz wurden die Rechte für die Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 in die Schweiz transferiert und auf die dort ansässige Tochterfirma Kirch Sport AG umgeschrieben. Eine Operation, gebilligt von den Gläubigerbanken und kräftig angeschoben vom Weltfußballverband Fifa. Im Vertrag zwischen Kirch und Fifa ist ein Paragraf eingeflochten, wonach bei Insolvenz des Vertragspartners die Rechte an den Verband zurückfallen. Die Fifa aber wollte acht Wochen vor Beginn der WM in Asien die Weltrechte mit Hunderten von Verwertungsverträgen nicht wieder auf den eigenen Tisch plumpsen sehen, sondern fand gemeinsam mit Kirch die Lösung eines Rechtevermarkters außerhalb der Kirch Media: die Kirch Sport AG, die zusammen mit deren Tochter Kirch Sport WM AG neuer Partner der Fifa ist. Drei Ziele werden verfolgt: die Banken und andere Gläubiger von Kirch Media profitieren von den Verkaufserlösen, die Rechtesituation ist stabil, das Turnier ungefährdet. Denn Kirch steht nicht nur für die Verwertung, sondern auch für die Produktion des so genannten "Weltsignals" in Bild und Ton, das HBS, eine Kirch Sport-Tochter, liefern soll. An gesicherten Produktionsverhältnissen sind vor allem die deutschen Sender interessiert. Sie haben sich bei der Fifa eine Besicherung besorgt, die gewährleistet, dass die Sender nicht Millionen Euro in Rechte ohne Gegenwert investiert haben. ZDF-Sprecher Walter Kehr sagt: "Wir werden die WM in dem Umfang zeigen, wie wir es auch angekündigt haben." 24 Spiele werden ARD und ZDF übertragen. Die übrigen 40 Partien soll Premiere zeigen. Wenn Premiere dann noch sendet. Bei dessen etwaigem Ausfall "stehen wir nicht zur Übernahme bereit", betont ARD-Sprecher Rüdiger Oppers.

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