Wirtschaft : "Kleines Arschloch"-Aktien kosten 9 bis 12 Euro

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Vor dem Frankfurter Literaturhaus begrüßt das "Kleine Arschloch" die Gäste in Form einer vier Meter hohen aufblasbaren Figur, und auch drinnen ist viel von "Arschloch" die Rede. Selten ging es auf Veranstaltungen zu einem Börsengang so locker zu wie nun beim Frankfurter Eichborn-Verlag. Aber das "Kleine Arschloch" ist die Comic-Figur, die den unabhängigen Verlag bekannt machte - und die ihm nun auch beim Gang an die Börse helfen soll. Folglich ziert die Figur zeitgemäß mit Handy am Ohr alle Publikationen zum Börsengang. So auch die Studie der Berliner Effektenbank, die den Verlag an die Börse bringt.

Neun bis zwölf Euro pro Aktie werden Anleger ausgegeben müssen, wenn sie sich an Eichborn beteiligen wollen. Die Zeichnungsfrist läuft vom 3. bis 5. Mai. Der Emissionspreis wird am 5. Mai festgelegt, am 9. Mai soll die Eichborn-Aktie zum ersten Mal an den Börsen in Frankfurt und Berlin notiert werden. Nicht im Neuen Markt für junge Wachstumsfirmen - Vorstandschef Matthias Kierzek: "Wir sind ein reifes Unternehmen" - sondern im Smax, dem Börsensegment für kleinere, etablierte Unternehmen.

Allerdings wagt Eichborn nur einen kleinen Schritt. Nur eine Million Aktien werden das Unternehmen und dessen Aktionäre - die Achterbahn AG mit 41, die Fuldaer Verlagsanstalt mit 39, die Autoren mit knapp 15 und die Mitarbeiter mit 4,5 Prozent - an die Börse bringen. Davon soll die Hälfte an institutionelle Investoren gehen. So bleiben gerade mal 500 000 Aktien für Privatanleger. Damit ist klar, dass die Aktie überzeichnet sein dürfte. Der Graumarktkurs lag am Donnerstag bei 12 bis 13,50 Mark. Bevorzugungen bei der Zuteilung werde es nicht geben, versichert die Berliner Effektenbank.

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