KLOPP UND SEDRAN : „Opel fahren ist geil!“

Er ist nicht alleine gekommen. Zu seinem ersten Auftritt als Übergangschef von Opel hat Thomas Sedran Jürgen Klopp mitgebracht. Für Sedran ist es die Gelegenheit, erst einmal nichts sagen zu müssen. Nichts über den überraschenden Abschied der halben Vorstandsmannschaft. Nichts über die Gerüchte, dass weitere Manager und Mitarbeiter gehen müssen. Er sieht nicht aus, als wäre er gern hier, vor Hunderten von Mitarbeitern, die ihn anschauen. Der Anfang ist holprig. Er liest seine kurze Rede ab. Mit dem eifrigen Blick hinter der schwarzen Brille sieht er aus, wie das, was er ist: ein Spezialist für Sanierung, erfahren auch darin, Leute hinauszuwerfen.

Dann kommt Klopp. Er schafft mit einem Satz, was Sedran zuvor nicht gelungen ist: Die Leute zum Jubeln bringen. „Opel fahren ist geil!“, ruft Klopp. Das reicht. Als Sedran das merkt, schaltet er um. Wird locker, wagt Sprüche. „Ich bin eher sportlich veranlagt und nicht intellektuell“, erklärt er. Das stimme, wird später einer bestätigen, der bei den Verhandlungen mit der Borussia dabei war. Sedran habe den Deutschen Meister nur gewinnen können, weil er blitzschnell, mit Bauchgefühl und guter Taktik agiert habe. Dass der Coup nicht reicht, um die Marke retten, gibt Sedran zu. „Bei aller Leichtigkeit, mit der du rüberkommst“, sagt er zu Klopp, „habe ich gelernt, da steckt auch Fleiß dahinter.“ mirs/HB

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