Wirtschaft : Knowledge Management - Wissen ist Macht, wenn man es teilt

Christian Petschke[KPMG]

Das intellektuelle Kapital wird seine Bedeutung als treibender Produktionsfaktor im 21. Jahrhundert weiter ausbauen. Die Gestaltung, Nutzung und Entwicklung des vorhandenen individuellen und strukturellen Wissens im Unternehmen sichert Wettbewerbsvorteile vor allem bei wissensbasierten Produkten und Dienstleistungen. Dabei unterstützen neue Kommunikationstechnologien den Zugriff auf die verschiedenen Ausprägungen von Wissen.

Das Wissen über Kunden hilft Unternehmen aller Größenklassen diese zu binden und ermöglicht, deren aktuelle und zukünftige Bedürfnisse schneller als der Wettbewerb zu erkennen. Wissen über Wettbewerber oder innovative Verfahren ermöglicht von diesen zu lernen und das eigene Unternehmen besser zu positionieren. Prozeß-Know-how und der unternehmensinterne sowie unternehmensübergreifende Transfer von "Best Practices" steigert Produktivität und Qualität. Durch die Kombination von Wissen im Unternehmen werden Prozesse, Produkte und Geschäftsfelder neu geschaffen. Eine transparente Darstellung des "Wissenskapitals" steigert die Attraktivität des Unternehmens bei Investoren.

Knowledge Management (KM) hat zum Ziel, das gesamte Unternehmenswissen effektiv in neue Produkte, Prozesse und Geschäftsfelder umzusetzen. Dabei macht KM nicht an den Unternehmensgrenzen halt, sondern bezieht Kunden, Lieferanten, Allianzpartner und weitere externe Know-how-Träger in die Unternehmensprozesse ein. Es bedingt zugleich eine Öffnung nach außen und nach innen. Hilfreich für die Optimierung des KM ist eine Gliederung in die vier Kernprozesse: Wissensbeschaffung, Wissensaufbereitung, Wissensübertragung, Wissensnutzung. Die Schnittstellen zwischen diesen Prozessen sauber zu verbinden bedeutet, Wissen als relevanten Wettbewerbsfaktor fruchtbar zu machen. In der Praxis erfordert die Einführung von Knowledge Management dabei ein weitreichendes Verständnis für alle beteiligten Prozesse und deren Komplexität. Drei Faktoren bestimmen vor allem den Erfolg. Die Rahmenbedingungen: Unternehmensleitbild, Führungsgrundsätze und Anreizsysteme müssen Erfolg der Geschäftseinheiten und Beitrag zur Entwicklung des Gesamtunternehmens koppeln. Die Spielregeln: Es gilt einen Wissensmarkt mit Angebot und Nachfrage im Unternehmen zu schaffen. Die Prozesse und Strukturen: Effiziente Träger und Medien des Wissensaufbaus und -transfers müssen entwickelt werden.

Wesentlichen Einfluß auf die Leistungs-fähigkeit eines Knowledge Managements hat die Informationstechnologie. Sie nimmt zwar keine dominierende Stellung ein, bildet aber die notwendige Infrastruktur für Kommunikation, Aufbereitung und Vorhalten des Wissens. Das integrative Zusammenspiel von Internet und Technologien wie Dokumenten-Management, Data Warehouse sowie Search-Engines, die einen Zugriff auf die gesamte Datenbasis ermögli-chen, ist entscheidend für die späteren Nutzungsmöglichkeiten. Ziel ist es, dem Anwender ein Frontend zu bieten, über das sämtliche Wissensfunktionen und -inhalte zugänglich und transparent sind.

Ein funktionierendes Knowledge Management System ist u.a. in der Lage, den Verlust durch ausscheidende Mitarbeiter zu verringern. Transparent gemachtes Wissen ist für den Nachfolger zugänglich, erleichtert die Einarbeitung und reißt keine großen inhaltlichen Lücken in das bestehende Unternehmen. Voraussetzung dafür ist die Dokumentation des vorhandenen Wissens.

Knowledge Management sollte als kontinuierlicher Prozeß verstanden werden und nicht als einmaliges Projekt. Erst damit wird die Wissen als Erfolgsfaktor im Unternehmen verankert und man schafft die Voraussetzung, seine Marktposition langfristig zu stärken.

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