Wirtschaft : Kommunen bestehen auf Präsenz der öffentlich-rechtlichen Kassen vor Ort

Die Fusion der Deutschen und Dresdner Bank und der damit verbundene Abbau von Filialen stärkt nach Einschätzung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes die Sparkassen hierzulande. "Die 600 deutschen Sparkassen mit ihren 19 000 Zweigstellen sind der Garant einer mittelständischen Struktur in Deutschland", sagte der Geschäftsführer des kommunalen Spitzenverbandes, Gerd Landsberg, am Mittwoch in Berlin. Durch den weiteren Rückzug der Privatbanken aus der Fläche und dem ländlichen Raum komme es für die Mittelstandsförderung verstärkt auf ein breites Angebot der von den Kommunen getragenen Institute mit ihrem dichten Filialnetz an: "Sparkassen sind ein Zukunftsmodell."

Landsberg sagte, dass die Sparkassen "ihrer Funktion als örtlicher Wirtschaftsfaktor treu bleiben" und dennoch ihre Strukturen weiterentwickeln. 75 Prozent aller mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetriebe unterhielten eine Kontoverbindung bei einer Sparkasse. Diese Institute begleiteten etwa die Hälfte aller Existenzgründungen und gewährten mehr als 60 Prozent der Handwerkerkredite. Auch als Arbeitgeber könnten die Sparkassen eine beachtliche Bilanz vorweisen. Etwa 290 000 Menschen seien allein bei den Sparkassen beschäftigt, davon rund 22 000 Auszubildende.

Der Städte- und Gemeindebund wandte sich damit zugleich gegen die von den Banken geschürte Kritik an "Wettbewerbsvorteilen" der öffentlich-rechtlichen Sparkassen, die von der EU-Kommission geteilt wird. Diese Debatte wird laut Landsberg "unter falschen Vorzeichen" geführt. "Weder die Gewährsträgerhaftung noch die Anstaltslast stellen, wie von der EU-Kommission behauptet, ein beihilferechtliches Problem dar", sagte Landsberg.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben