Wirtschaft : Konjunktur: Amerikas Geldpolitiker unterstützen die Konjunktur

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Wer fordert, dass sich Europas Währungshüter am Beispiel der US-Geldbehörde Federal Reserve orientieren sollen, übersieht, dass der einheitliche Währungsraum in Europa nach anderen Spielregeln funktioniert als die Volkswirtschaft USA. Jedes System hat seine Geschichte. Entsprechend unterscheiden sich auch die geldpolitischen Konzepte der Währungsbehörden dies- und jenseits des Atlantiks. Der wichtigste Unterschied: Amerikas Geldpolitiker behalten die Konjunkturentwicklung gezielt im Auge und unterstützen sie gegebenenfalls massiv - à la Greenspan. So sieht es das Gesetz vor und so erwartet es auch die amerikanische Öffentlichkeit. Dabei hat es die US-Notenbank vergleichsweise einfacher. Sie muss die zinspolitische Richtschur nur für ein Land und nicht gleich für zwölf - wie die EZB - vorgeben. Außerdem muss sich Notenbankchef Greenspan nicht wie die Spitze der EZB um Einstimmigkeit, um Konsens bemühen. Wer gleichwohl die Fed zum Vorbild für Europa erklärt, unterstellt, dass das US-System dem Europäischen überlegen ist. Was noch zu beweisen wäre. Selbst in den USA mehren sich die Stimmen, die, wie Melvyn Krauss von der New Yorker University, den Mythos Greenspan entzaubern und die akute Schwäche der US-Wirtschaft als Folge einer konjunkturellen Fehleinschätzung und entsprechende Fehlpolitik der US-Notenbank interpretieren. Greenspan, so lautet der Vorwurf, habe die US-Konjunktur überschätzt und durch zu kräftige Zinserhöhungen das Tempo über Gebühr gedrosselt. Jetzt werde hektisch gegengesteuert.

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