Wirtschaft : Konjunktur: Bauflaute hält an 70 000 Arbeitsplätze gefährdet

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Die deutsche Bauwirtschaft rechnet in diesem Jahr mit Produktionseinbußen von rund fünf Prozent. Das sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB), Heinz Werner Bonjean, am Dienstag in Berlin. Die Bauinvestitionen seien von Januar bis September diesen Jahres um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Für das gesamte Jahr 2001 rechne der Dachverband mit einem Rückgang von bis zu sechs Prozent auf ein Investitionsvolumen von etwa 450 Milliarden Mark.

"Das Baugewerbe leidet schon seit längerem an einer Strukturkrise", sagte Bonjean. Zurzeit machten vor allem die anhaltende Schwäche im Wohnungsbau und die mangelnde Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand den Unternehmen zu schaffen. Zudem litten die mehr als 300 000 Unternehmen des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks unter der schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden. Sowohl öffentliche als auch private Auftraggeber verzögerten Zahlungen in erheblichem Umfang, kritisierte Bonjean.

Im ersten Halbjahr 2001 hätten zahlreiche Unternehmen aufgeben müssen. Die Zahl der Insolvenzen sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 20 Prozent gestiegen. In der gesamten Branche seien etwa 150 000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Auch für das kommende Jahr rechnet die BVB nicht mit besseren Aussichten. Die Investitionen würden erneut um zwei bis drei Prozent abnehmen. Der Umsatz und die Zahl der Beschäftigten im Bauhandwerk werde nochmals um zwei Prozent sinken. Das entspreche einem erneuten Abbau von 70 000 Stellen. Dabei sei das Bauhauptgewerbe besonders betroffen.

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