Konjunktur : Ifo-Index auf Fünfjahreshoch

Die deutsche Wirtschaft geht voller Hoffnung ins neue Jahr. Damit ist die Stimmung so gut wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. "Der Aufschwung ist in Gang gekommen", sagt ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb.

München - Im Dezember stieg der ifo-Geschäftsklimaindex stärker als erwartet von 97,8 auf 99,6 Punkte. Trotz der Entspannung in den vergangenen Wochen bleiben Euro-Kurs und Ölpreis aber Risikofaktoren für die Konjunktur.

Das wichtigste Konjunkturbarometer in Deutschland stieg deutlich stärker als von Volkswirten und Analysten erwartet. «Die befragten Unternehmen meldeten eine bessere aktuelle Geschäftslage und bewerteten auch ihre Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate aussichtsreicher als im November», berichtete ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Das Institut hatte wieder rund 7000 Unternehmen befragt. Der ifo-Index kletterte bereits seit Mitte des Jahres nach oben, nur im November hatte es eine kleine Verschnaufpause gegeben.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbesserte sich zuletzt auf breiter Front. So profitiert die Industrie weiterhin von der guten Nachfrage aus dem Ausland. Auch in den Krisenbranchen gab es Lichtblicke. So war die Stimmung in der Baubranche erneut etwas weniger schlecht. Auch im Einzelhandel verbesserte sich beflügelt durch ein gutes Weihnachtsgeschäft das Geschäftsklima. «Mit größeren Anschaffungen halten sich die Konsumenten aber noch zurück», sagte Nerb.

Im Dezember verbesserten sich sowohl der Lage- als auch der Erwartungsindex von 97,8 auf 99,6 Punkte. Sie erreichten damit exakt den selben Wert wie der Geschäftsklimaindex. «Das ist verblüffend», sagte Nerb. Letztmals lagen alle drei Indikatoren zusammen im Jahr 2000 so hoch. Die Hoffnungssignale deuten auch auf eine leichte Entspannung am Arbeitsmarkt hin. «Der Rückgang bei den Beschäftigungserwartungen ist zum Stillstand gekommen», berichtete Nerb. Vereinzelt werde inzwischen auch wieder neu eingestellt. Ölpreis und Euro könnten die Stimmung aber auch wieder dämpfen. Eine konkrete Prognose für die Entwicklung der Konjunktur und des Arbeitsmarkts im nächsten Jahr will das ifo Institut am kommenden Montag (19. Dezember) geben. (tso/dpa)

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