Wirtschaft : Konjunktur-Kolumne: In Westdeutschland herrscht Optimismus, im Osten kriselt die Baubranche weiter

In Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt veröffentlicht der Tagesspiegel regelmäßig eine Konjunkturkolumne.

Inzwischen zeigt der Frühindikator für den Westen klar nach oben. Mit 1,9 Prozent nach 1,3 Prozent erreichte er den höchsten Stand seit elf Monaten. Außer dem Einzelhandel haben alle wichtigen Größen im Indikator stark zugelegt. Damit dürfte der konjunkturelle Wendepunkt im Westen erreicht sein. Hoffnungsvoll ist auch, dass sich das Ifo-Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe weiter erholt hat. Besonders zuversichtlich sehen die befragten Unternehmer ihre Exportchancen. Auf die Inlandsnachfrage ist der Funke noch nicht übergesprungen. Das zeigt sich auch an der noch immer flauen Nachfrage im Einzelhandel. Das Auftragsvolumen im westdeutschen Bau ist im Referenzmonat Juli kräftig gestie- gen und erreichte mit einem Plus von 6,9 Prozent den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Insgesamt zeichnet sich ein Trend zum Besseren in der westdeutschen Bauindustrie ab.

Anders als in Westdeutschland bleibt der Trend der ostdeutschen Konjunktur unklar: Das Konjunkturbarometer für die neuen Bundesländer hat im September nochmals leicht nachgegeben. Mit 2,9 Prozent nach drei Prozent im Vormonat zeigt der Indikator immer noch keine Dynamik an. Die Konjunktur im Osten ist nach wie vor gespalten: Das Verarbeitende Gewerbe erholt sich zwar immer mehr, doch im Bau und im Einzelhandel dominieren weiterhin die negativen Vorzeichen. Im ostdeutschen Verarbeitenden Gewerbe sind wesentlich mehr Aufträge eingegangen als bisher. Anders als im Westen waren es fast ausschließlich Bestellungen aus dem Inland, die für den Auftragsschub sorgten. Hingegen haben die Orders aus dem Ausland kaum zugenommen.

Das Ifo-Geschäftsklima im ostdeutschen Verarbeitenden Gewerbe lag im Referenzmonat August mit 0,6 Punkten erstmals wieder im positiven Bereich - im Vergleich zum August des vergangenen Jahres ist das allerdings höchstens ein erster Lichtblick: Damals hatte das Ifo-Geschäftsklima mit einem Wert von 12,6 Punkten noch kräftigen Optimismus widergespiegelt. Insgesamt ist die Stimmung in der ostdeutschen Wirtschaft eher gedrückt. Die schwache Nachfrage in der Bauindustrie wirkt nach wie vor bremsend auf die Konjunktur der neuen Länder. Vor allem der Wohnungsbau steckt in der Krise.

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