Wirtschaft : Konjunkturschwäche: Japan senkt die Zinsen

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Die japanische Notenbank (BoJ) hat am Mittwoch die Leitzinsen gesenkt und dies mit der konjunkturellen Schwäche des Landes begründet. Sieben Monate nach der voreiligen Aufgabe der Null-Zinssatzpolitik hat der Geldpolitische Ausschuss der Bank von Japan am Mittwoch Nachmittag eine marginale aber dennoch bedeutsame Zinssenkung beschlossen: Der konjunkturpolitisch und finanzmarktrelevante Tagesgeldzins soll unverzüglich von bislang 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent gesenkt werden. Direkter Anlass der geldpolitischen Entscheidung der Notenbank ist einerseits die wider Erwarten drastische Wachstumsabschwächung in den USA sowie der anhaltende Kursverfall am japanischen Aktienmarkt, der eine erneute schwere Erschütterung des Finanzsystems mit globalen Implikationen auslösen könnte, so die interne Einschätzung in Japans All-Finanzaufsichtsbehörde

Gleichzeitig macht der Ausschuss allerdings in seinem Votum in Richtung an die in Auflösung befindliche Koalitionsregierung deutlich, dass mit dem Instrumentarium der Geldpolitik allein keine konjunkturelle Trendwende bewirkt werden kann, aber auch die bislang in verantwortlungsloser Weise überstrapazierte Fiskalpolitik keine Alternative mehr ist. "Zur Sicherung einer nachhaltigen Belebung der Wirtschaft Japans stellen Strukturreformen im Bereich des Finanzsystems, der Industrie und der Wirtschaft insgesamt eine unverzichtbare Voraussetzung dar. Die Bank von Japan erwartet nachdrücklich, dass die Implementation dieser Reformen beschleunigt vorankommt.

Mit unzähligen Konjunkturprogrammen hat die japanische Regierung in den vergangen Jahren versucht, die seit einem guten Jahrzehnt lahmende Wirtschaft wieder zu beleben. Doch ohne Erfolg. Die durchschnittliche Wachstumsrate lag bei rund 0,8 Prozent.

Der Zinssenkungsdruck war Analysten zufolge von der am frühen Mittwoch (MEZ) veröffentlichten unerwartet schwachen japanischen Industrieproduktion im Januar verstärkt worden. Die Produktion fiel nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zum Vormonat um 3,9 Prozent nach einem Plus von 1,8 Prozent im Dezember.

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