Korruptionsaffäre in Südkorea : Samsung-Chef droht Verhaftung

Samsung soll einen Tauschhandel mit einer Vertrauten der südkoreanischen Präsidentin verabredet haben. Konzern-Chef Jay Y. Lee wurde 22 Stunden lang verhört.

De-facto-Chef von Samsung: Lee Jae Yong.
De-facto-Chef von Samsung: Lee Jae Yong.Foto: Reuters

In der Korruptionsaffäre um Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye ist Samsung-Chef Jay Y. Lee 22 Stunden lang verhört worden. Die Sonderermittler teilten am Freitag mit, sie würden bis Sonntag entscheiden, ob es zu einem Haftbefehl komme. Lee habe einige der Vorwürfe zurückgewiesen und andere zugegeben, sagte ein Sprecher der Sonderermittler, ohne jedoch Details zu nennen. Lee selbst äußerte sich nach dem Ende des Verhöres am Morgen nicht gegenüber Journalisten. Auch eine Samsung-Sprecherin lehnte einen Kommentar ab.

Die Ermittler prüfen, ob Samsungs Engagement für das Geschäft und Stiftungen einer Freundin der Präsidentin in Verbindung mit einer Entscheidung einer Pensionskasse aus dem Jahr 2015 steht, eine strittige Fusion zweier Samsung-Töchter zu unterstützen. Dazu hatte es zuletzt bereits Razzien bei Samsung und der größten Pensionskasse des Landes gegeben. Zum Samsung-Konzern Samsung gehört auch der Smartphone-Hersteller Samsung Electronics. Dort ist Lee Vize-Chef des Verwaltungsrats.

Präsidentin Park werden Amtsmissbrauch und Verstöße gegen die Verfassung vorgeworfen. Das südkoreanische Parlament hat bereits ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. (rtr)

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