Wirtschaft : KPMG erwartet kräftiges Umsatzplus

BERLIN (fbe).Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erwartet im Geschäftsjahr 1998 eine Umsatzsteigerung von gut 15 Prozent auf etwa 1,6 Mrd.DM.Das erklärte Harald Wiedmann, Vorstandssprecher von KPMG Deutschland, am Montag in Berlin bei der Eröffnung er neuen Hauptverwaltung an der Taubenstraße.Der größte Schub komme aus dem Beratungsgeschäft, wo ein Plus von etwa 35 Prozent ins Haus stehe.Konkrete Erwartungen für 1999 wollte der Vorstandssprecher nicht nennen.Er räumte ein, daß das KPMG-Geschäft in Berlin und den neuen Bundesländern weiterhin schwierig sei.Als Gründe nannte er das Auslaufen der Tätigkeit für einen seiner Großkunden, die Treuhand-Nachfolgegesellschaft Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben, sowie den Mangel an neuen Investoren in der Region.

Die Mitarbeiterzahl stieg im Laufe des Jahres von 5350 (1997) auf rund 6000.Die deutsche KPMG ist Teil des weltweit tätigen KPMG-Beratungskonzerns mit über 86 000 Mitarbeitern und einem Honorarumsatz von rund zehn Mrd.Dollar.Im Branchenvergleich führender Unternehmen nimmt KPMG Deutschland nach eigener Darstellung nach der Fusion von Price Waterhouse und Coopers & Lybrand Platz zwei ein.Weltweit liege der Konzern auf Platz drei, sagte Wiedmann.Zur Zeit führe man keine Fusionsgespäche.Große Fusionen stießen auf kartellrechtliche Bedenken bei den internationalen Kartellbehörden.Deshalb seien auch die Gespräche der deutschen KPMG mit Ernst & Young im Frühjahr abgebrochen worden.Wiedmann betonte, das Unternehmen sei groß genug, um aus eigener Kraft weiter zu wachsen.Er schloß aber nicht aus, daß die deutsche KPMG auch künftig mit national tätigen Gesellschaften fusionieren könnte.

Mit Blick auf die jüngsten Querelen der Hypo-Vereinsbank München wegen Immobilien-Altlasten in Milliardenhöhe sagte Wiedmann, KPMG sei nur für die Bayerische Vereinsbank zuständig.Man habe ein Verschmelzungsgutachten erstellt.Dabei seien anhand der Bilanzen die Werte beider Unternehmen festgestellt worden.Kreditprüfungen seien nicht erfolgt.Auf die aufgetretenen Unstimmigkeiten zu den Wertberichtigungen wollte Wiedmann nicht eingehen.

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