Wirtschaft : KPMG hat Walter Bau gewarnt Wirtschaftsprüfer planen 1000 Neueinstellungen

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG weist jegliche Mitschuld an der drohenden Pleite des Baukonzerns Walter Bau von sich. Die Probleme bei Walter Bau würden die Wirtschaftsprüfer nicht in die Kritik rücken, wie es bei anderen Firmenzusammenbrüchen der Fall war, sagte Harald Wiedmann, Vorstandssprecher von KPMG Deutschland, in Frankfurt.

Zusammen mit anderen Prüfern hatte KPMG die Bilanzen des Baukonzerns für die Jahre 2002 und 2003 kontrolliert. Diese Testate habe man aber stets mit einem warnenden Hinweis versehen, sagte Wiedmann. Demnach habe KPMG betont, dass Walter Bau für eine ungefährdete Fortführung der Geschäfte seine Unternehmens- und Finanzpläne umsetzen müsse.

Der Hinweis sei aber keine Einschränkung für die Jahresabschlüsse, erklärte Wiedmann. Auch laufe die Prüfung der Walter-Bilanz für 2004 noch. Offenbar haben sich KPMG und die anderen Wirtschaftsprüfer mit diesem Vermerk gegen mögliche Vorwürfe absichern wollen.

Die Geschäfte bei KPMG Deutschland selbst laufen rund. „2004 war ein gutes Jahr“, sagt Wiedmann. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2003/2004, das Ende September abgeschlossen wurde, stieg um knapp drei Prozent auf rund 950 Millionen Euro. Der Gewinn verzehnfachte sich nahezu von 2,8 Millionen auf 27,3 Millionen Euro. Wiedmann begründet dies mit einer höheren Produktivität bei gleichzeitigem Umsatzanstieg.

Allerdings arbeitet KPMG bei seinen Mandanten an der Kapazitätsgrenze – mittlerweile prüft das Unternehmen die Abschlüsse von 16 der 30 im deutschen Aktienindex Dax notierten Firmen. Deswegen sollen in diesem Jahr rund 1000 neue Mitarbeiter eingestellt werden, so dass die Zahl der Beschäftigten bis Jahresende auf 7500 steigen dürfte, sagte Wiedmann.

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