Wirtschaft : KPN schließt neuerliche Gespräche aber nicht aus

Das Scheitern der Fusion mit der niederländischen KPN zum viertgrößten Telekom-Konzern Europas hat dem spanischen Fernmelderiesen Telefonica am Montag einen Kurseinbruch beschert. Die Aktien des Unternehmens fielen am Montag bis zu Kasse in Frankfurt (Main) um 1,15 Euro auf 24,57 Euro. Nach der Ankündigung des Zusammenschlusses hatte die Aktie von Telefonica, die im Euro Stoxx notiert wird, in der vergangenen Woche Kursgewinne von fast zehn Prozent verbuchen können. Unter Analysten wurden erneut Spekulationen um einen Rücktritt von Konzern-Chef Juan Villalonga laut.

Der potenzielle Fusionspartner KPN profitierte demgegenüber von Spekulationen über neue Gespräche mit anderen möglichen Partnern. An der Aktienbörse in Amsterdam waren KPN bis Mittag gegen den Trend des AEX-Indexes um 1,05 Prozent auf 120,75 Euro geklettert. KPN hatte am Wochenende Gespräche mit dem japanischen Unternehmen NTT DoCoMo bestätigt. Einen Bericht der "Sunday Times", dass beide Firmen den britischen Mobilfunkanbieter Orange kaufen wollten, mochte KPN jedoch nicht kommentieren. KPN-Chef Paul Smits schloss in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung "Het financieele Dagbald" neuerliche Gespräche mit den Spaniern aber nicht aus.

Angesichts der fast 44-prozentigen Beteiligung des niederländischen Staates an KPN hatten sich sowohl die Kernaktionäre Telefonicas - die Großbank BBVA und die Sparkasse La Caixa - als auch die spanische Regierung gegen die geplante Fusion gesperrt. Der Abbruch der Verhandlungen am Freitagabend wurde als persönliche Niederlage Villalongas gewertet. Dieser wies aber Spekulationen über einen Wechsel an der Unternehmensspitze zurück. Seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren hat sich der Börsenwert Telefonicas von 2,3 Billionen Pesetas (13,8 Milliarden Euro) auf etwa 14,5 Billionen Pesetas versechsfacht.

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