Wirtschaft : Krebsmittel helfen Pharmakonzern Roche Altana profitiert vom guten Zahlen des US-Vertriebspartners

-

Berlin (pet). Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat die Analysten mit guten Halbjahreszahlen überrascht. Nach dem Milliardenverlust des Vorjahres schreibt der Konzern nach den ersten sechs Monaten wieder schwarze Zahlen und will bei Umsatz und Betriebsgewinn 2003 zweistellig wachsen, teilte Roche mit. In Frankfurt legte die Aktie bis zum Abend um rund 3,7 Prozent auf 111 Euro zu. Und die Aktie des Pharma und Chemiekonzerns Altana stieg um fünf Prozent auf 52,55 Euro. Der US-Partner Wyeth hatte für ein Magen-Darm-Medikament überraschend gute Verkaufszahlen für das zweite Quartal gemeldet. Altana vertreibt das Mittel in Europa.

Den Auftakt zur Berichtssaison hatten am Montag der Schweizer Pharmakonzern Novartis und der US-Konkurrent Merck & Co gemacht. Novartis hatte den Reingewinn vor allem wegen eines starken US-Geschäfts mit den beiden Wachstumsträgern Diovan (Bluthochdruck) und dem Krebs-Mittel Glivec im zweiten Quartal um ein Prozent auf 2,38 Milliarden Dollar gesteigert. Vergleichsweise schwache Zahlen hatte dagegen Merck & Co vorgelegt. Der drittgrößte Pharmakonzern der Welt schaffte – anders als früher – nur noch ein einstelliges Wachstum. Dem Konzern fehlen neue, starke Produkte. Das gleiche Problem belastet auch die amerikanische Schering-Plough, die am Mittwoch Zahlen vorlegte. Der Umsatz brach im zweiten Quartal um 23 Prozent, in den USA sogar um 45 Prozent ein.

Der Schweizer Roche trauen Analysten dagegen noch viel zu. „Die Zahlen waren erstaunlich gut“, sagte Karl-Heinz Scheunemann, Pharma-Analyst beim Bankhaus Metzler. Der Halbjahresgewinn lag mit 1,3 Milliarden Franken (842 Millionen Euro) allerdings um 28 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Der Umsatz verbesserte sich um vier Prozent auf 15,3 Milliarden Franken. Besonders stark legte Roche nach eigenen Angaben bei den Krebsmedikamenten zu. Wegen des starken Produktwachstums und der Margenverbesserung halten die Analysten von Lehman Brothers einen 20-prozentigen Aufschlag des Roche-Kurses im Vergleich zum europäischen Pharmasektor gerechtfertigt.

Auch Europas größter Pharmakonzern, Glaxo-Smithkline, hat nach einem überraschend hohen Gewinn im zweiten Quartal seine Ergebniserwartungen für das Gesamtjahr hoch geschraubt. Stärkster Umsatzträger war erneut das Asthma-Mittel Advair mit einem Umsatzplus von 31 Prozent.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben